„Die Interessen der Sponsoren stehen im Widerspruch zu Nachhaltigkeit“

Was ist so schlimm am Olympia-Sponsoring von McDonald’s und Coca-Cola? Ihr Engagement sei Heuchelei, sagt die Londoner Grünen-Abgeordnete Jenny Jones.

Quelle: Jenny Jones/PR

Was haben Sie dagegen, dass Firmen wie McDonald’s, Coca-Cola und Cadbury die Olympischen Spiele in London sponsern?

Jenny Jones: Ich habe die Sorge, dass die Unternehmen Essen und Getränke anbieten werden, die im Widerspruch stehen zu dem gesunden Lebensstil, den wir mit den Olympischen Spielen fördern wollen. Es ist heuchlerisch, bei dieser Veranstaltung Junk-Food zu servieren, das vor Fett trieft und vollgestopft ist mit Zucker.

Gelten die Ziele der  „Food Vision“, die das Olympia-Komitee präsentiert hat nicht mehr? Darin hieß es doch noch, die Nahrungsmittelversorgung soll umweltbewusst, sozial-verantwortlich und ethisch sein.

Eine Firma, die Produkte aus Massentierhaltung serviert, handelt ganz einfach nicht ethisch korrekt. Es gibt zwar Schritte in die richtige Richtung. Die Vorgaben von umweltfreundlichen, sozial-verantwortlichen und ethischen korrekten Lebensmittelangeboten werden aber weiterhin verfehlt.

Immerhin hat McDonald’s angekündigt, 100 Prozent des während Olympia verkauften Fleischs von britischen Bauernhöfen zu beziehen.

McDonald’s hatte ursprünglich geplant, den Großteil des Geflügels aus Ländern wie Brasilien oder Thailand zu importieren, was zu erheblichen CO2-Emissionen geführt hätte. Erst auf Druck der Grünen in London hat McDonald’s versprochen, das Geflügel während der Spiele vollständig aus Großbritannien zu beziehen. McDonald’s sollte den eingeschlagenen Weg nun weiter gehen und kein Geflügel mehr verwenden, das aus Mastbetrieben stammt, in denen für ein Huhn gerade einmal der Platz in Größe eines A4-Blatts zur Verfügung steht.

Die „Food Vision“ der Veranstalter ist also nichts als heiße Luft?

Die „Food Vision“ beeinhaltet viele gute Ideen über nachhaltige und ethische Ernährung und hatte hohe Ansprüche. Unglücklicherweise haben die mächtigen Sponsoren Interessen, die den hohen Ansprüchen widersprechen.

Was fordern Sie von den Veranstaltern?

Ich würde gerne sehen, dass bei den Olympischen Spielen Essen serviert wird, das nachhaltig beschafft und ethisch korrekt produziert wurde. Unglücklicherweise wird das trotz der großen Ambition in London nicht der Fall sein.

Mathias Peer für JP4

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