Viagogo kennt keine Freunde mehr

Massive Fanproteste haben gewirkt: Der Ticketmakler Viagogo startet ohne jeden Klubpartner in die Bundesliga-Saison. Doch damit fallen auch alle Preisfesseln.

Quelle: Allianz

Der Run auf Bundesligatickets reißt im Weltmeisterjahr 2014 nicht ab – ganz im Gegenteil. Meister Bayern München berief heute eigens eine Pressekonferenz ein, um über den „spektakulären Stand der Kartensituation“ zu informieren. Alle Spiele seien überbucht, sagte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen. 120.000 Bestellungen für das Heimspiel gegen Paderborn, gegen Borussia Dortmund könnte man 300.000 Karten verkaufen. Bayern wartet auf eine Baugenehmigung – nach der geplanten Kapazitätserhöhung auf 75.000 Plätze könnten knapp 4.000 Tageskarten zusätzlich für die Allianz-Arena verkauft werden.

Mit dem Nachfragerekord wird simplen Marktgesetzen folgend auch der Schwarzhandel befeuert – nicht nur in München. Wer einen Eintrittsschein zum Spektakel besitzt, am besten als Dauerkarte, hält ein kleines Wertpapier in der Hand: Manch anderer Fan wäre notfalls bereit, dreistellige Summen zu bieten – pro Partie. Eine Einladung zum Abzocken, der mancher nicht widerstehen mag.

Es kommt zum Test: Fairness oder Gewinnstreben?

Die Saison 2014/15 wird zur Nagelprobe für den Ticketzweitmarkt. Werden die Klubs die Auswüchse in den Griff bekommen? Bayern München betonte heute, man wolle mit einer neuen, eigenen Plattform den Preiswucher stoppen. Auch die 36 Klubchefs der ersten und zweiten Liga fassten im März ohne Gegenstimme den Beschluss: Neue Regeln für den Zweitmarkt sollen für Fairness sorgen. Doch reicht ein Kodex? Sind die Dealer zu stoppen? Ist der Wunsch mancher, ein ausverkauftes Spiel doch zu sehen, nicht übermächtig?

Das Unternehmen Viagogo macht sich genau diesen Mechanismus zueigen – und animiert Karteninhaber, die Tickets nicht zu nutzen, sondern im Internet weiterzuverkaufen. Je höher der Preis, desto besser für den prozentual beteiligten Makler Viagogo. Die Ticketdealer spalteten mit ihrem forschen Vordringen in die Bundesliga sowohl Fans als auch Funktionäre.

Quelle: PR

Klub um Klub zog Viagogo-Manager Steve Roest im Jahr 2012 auf seine Seite – sein bestes Argument: Sponsoringverträge in sechs- bis siebenstelliger Höhe. Und: Der FC Bayern München als Branchenprimus dealte schließlich auch mit Viagogo – und überließ seit 2007 den Londonern die Abwicklung des Wiederverkaufs von Karten.

Ein besseres Testimonial als Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge konnte sich Roest kaum wünschen. Sieben Vereine standen so zwischen Januar und November 2012 im Auftragsbuch von Viagogo. „Es ist wahrscheinlich, dass in Zukunft die Vereine, die nicht mit uns arbeiten wollen, in der Minderzahl sein werden“, sagte Roest damals. „Wir streben eine Partnerschaft mit jedem an, auch mit dem DFB.“

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Doch es kam anders. Massive Fanproteste in Stadien, wüste Jahreshauptversammlungen, Berichte über fragwürdige Geschäftspraktiken und offene Streits über Vertragsinhalte ließen auch manche mit Viagogo verbundenen Klubs an der Partnerschaft zweifeln. Jetzt hat Viagogo keine Freunde mehr: Nach Recherchen des Wall Street Journal Deutschland steht das Unternehmen aktuell ohne jede Geschäftsverbindung im deutschen Profifußball da. Alle in der Saison 2013/14 noch laufenden Partnerschaften mit Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga wurden beendet. Viagogo lehnte auf Anfrage jede Stellungnahme ab.

Der HSV und Schalke 04 beendeten ihre Verträge bereits vor einiger Zeit im Rechtsstreit. Und noch ist das Deutschland-Gastspiel für Viagogo juristisch nicht beendet. Borussia Mönchengladbach hat Viagogo im Mai auf Unterlassung verklagt, erklärt Geschäftsführer Stephan Schippers in einem JP4-Interview. Viagogo hatte im konkreten Fall nach Darstellung des Klubs Tickets beim Verein erworben, erst nachdem sie ein Kunde auf der Plattform geordert hatte. Ich denke, sämtliche Vereine haben den Fokus geschärft, um zu sagen: Wir wollen nicht, dass ein Dritter zu Lasten unserer Fans Geld damit verdient, unsere Tickets zu verkaufen”, sagt Schippers.

Bayer 04 Leverkusen hat aktuell Viagogo erneut verklagt und erwartet im Herbst eine mündliche Verhandlung – Ziel ist es, einen Titel zu erhalten, der auch am Schweizer Hauptsitz des Unternehmens Rechtskraft hat. Auch das in Köln anhängige Schiedsgerichtsverfahren zwischen Viagogo und Schalke 04, bei dem es nach einer missglückten Neun-Tage-Liaison um Schadenersatzforderungen geht, läuft hinter verschlossenen Türen weiter. Nächster Beratungstermin: 26. August.

Zudem schwebt weiterhin ein großes Damoklesschwert über dem Ticketmarktplatz. Die Frage steht im Raum, ob Viagogo eine Lizenz für Finanztransfers benötigt. Nach Informationen des Wall Street Journal Deutschland dauert eine Überprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, an. Schon seit Monaten befasst sich die Abteilung Geldwäscheprävention mit dem Online-Anbieter. Zu klären ist, ob beim Viagogo-Geschäftsmodell die Geldflüsse in Einklang mit geltendem europäischem und deutschem Recht stehen. Sollte die BaFin die Frage verneinen, steht dem Anbieter erheblicher Ärger ins Haus.

Verkäufe, die mit offiziellem Segen eines deutschen Profiklubs geschehen, wird es ab sofort auf der Viagogo-Seite  nicht mehr geben. Das ergaben Recherchen in Bezug auf die zuletzt noch mit Viagogo verbandelten Vereine.

Screenshot: mx, Bildschirmoberfläche FC Augsburg

Etwas verworren schien bis zuletzt die Lage beim FC Augsburg: Auf der Homepage tritt Viagogo noch heute werblich als „offizielle Ticketbörse“ in Erscheinung. Gleichwohl konterkariert Viagogo bereits auf seiner eigenen Plattform in aller Deutlichkeit die bisher gültige Vereinbarung mit dem Verein, wonach Karten höchstens zum doppelten Nennwert verkauft werden durften.

So ist das ausverkaufte Heimspiel gegen Dortmund mit einem Angebot von rund 160 Karten gelistet – die teuerste Karte in Block S (Originalpreis 43 Euro) kostet dort den Endpreis von 307,57 Euro. Nach Informationen des Wall Street Journal Deutschland ist sicher davon auszugehen, dass der FC Augsburg in wenigen Tagen die Trennung vom Ex-Partner öffentlich machen wird.

DFL-Ticketbörse auf Kurs – aber ohne SAP

Wer macht das Rennen um den offiziellen Ticket-Zweitmarkt der Liga? Am Mittwoch (6.8.14) endete bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Angebotsfrist im Rahmen der Ausschreibung. Die DFL-Plattform soll eine freiwillig zu nutzende Ergänzung werden, die aber keine Konkurrenz zu bestehenden Klubangeboten darstellt. Eine Weitergabe von bereits gekauften Eintrittskarten zum Nennwert („Face Value“) ist vorgesehen, maximal 15 Prozent Servicegebühr können laut DFL-Beschluss hinzukommen.

Im Rahmen der Ausschreibung waren am 11. Juni die Unterlagen mit dem Anforderungsprofil und dem Zeitplan verschickt worden. Die DFL-Geschäftsführung wird noch in diesem Jahr entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Der Betrieb wird für drei Jahre ausgeschrieben, beginnend mit der Saison 2015/16. „Die erforderliche Integration der diversen Klublösungen ist nicht trivial“, sagt ein Kenner der Szene. Die neue Lösung soll den Vereinen, die dies wollen, rein technisch auch die Abgabe von Karten unter Face Value ermöglichen – etwa im Rahmen von Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Als Interessenten für dieses Prestigeprojekt dürften die Ticketingunternehmen Ticketmaster und CTS Eventim gelten. Weltmarktführer Ticketmaster, ein Unternehmen von Live Nation Entertainment, hat zwar im deutschen Fußball keine namhafte Referenz vorzuweisen, doch genau deshalb könnte das Projekt spannend für den Anbieter sein. Zudem kam das Unternehmen im Juni mit dem FC Bayern München ins Geschäft – als neuer Ticketingpartner für das Basketballteam. CTS Eventim hat mit aktuell vier, in Kürze mindestens sechs Vereinen bereits Erfahrungen im Zweitmarkt – über die Plattform Fansale.

Als eher fraglich erscheint die Teilnahme der Ebay-Tochter Stubhub, die in England zuletzt auf dem Zweitmarkt von sich reden gemacht hat. Klar positioniert hat sich auf Anfrage des Wall Street Journal Deutschland der Softwareriese SAP. Die Walldorfer, die jüngst für den DFB das Ticketing übernommen haben, verzichten an dieser Stelle: „Nach ausgiebiger interner Prüfung sind wir zu dem Entschluss gekommen, kein Angebot für die DFL-Zweitmarktplattform abzugeben“, sagt Fadi Naoum, Leiter des Bereichs „Sports & Entertainment“ bei SAP. „Unabhängig von dieser Entscheidung werden wir unsere Lösung zur Zweitvermarktung von Tickets weiterhin bei einzelnen Partnervereinen positionieren“, so Naoum.

Emotional ging es her beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Dezember stimmte zu nächtlicher Zeit eine knappe Mehrheit von 59 Prozent gegen Viagogo und deren „dreckiges Geld“, wie ein Mitglied es ausdrückte. Vereinschef Stefan Kuntz verwies zwar als Pro-Argument auf 710.000 Euro Bruttoeinnahmen in den letzten drei Jahren aus der Partnerschaft – wurde aber überstimmt. Die Trennung gab der Traditionsverein Ende Juli bekannt.

Endgültig beendet ist auch die Zusammenarbeit bei  Hannover 96. Hier ist der Vertrag Ende Juni ausgelaufen. Der VfL Bochum bestätigt ebenfalls auf WSJ-Nachfrage: Es existiere nun keine Geschäftsverbindung mehr zu Viagogo.

Bei anderen Vereinen will man dem Aufreger-Thema des Ticket-Zweitmarkts mit klubeigenen Lösungen begegnen. Der 1. FC Nürnberg etwa will im nächsten halben Jahr die “Fansale”-Lösung von CTS Eventim für den Zweitmarkt öffnen, die aktuell schon den ursprünglichen Verkauf der Tickets realisiert. Bei einem Kartenkauf aus zweiter Hand werde der zum Originalpreis erfolgen, teilt Ticketingleiter Daniel Kirchner mit. Hinzu kämen jedoch 15 Prozent Servicegebühr für den Käufer, von denen der Verein zwei Drittel behält, erklärt Kirchner. Auch in St. Pauli, Mainz, beim 1. FC Köln und Schalke 04 ist Fansale schon installiert. Ein weiterer Klub steht im September vor dem Start.

Viagogo wollte durch die offiziellen Partnerschaften raus aus der Grauzone – das ist anscheinend nicht gelungen – Daniel Kirchner, Ticketingleiter 1. FC Nürnberg

Das Ende der zweijährigen Partnerschaft mit Viagogo rekapituliert Kirchner so: „Es hat von beiden Seiten keine Intention gegeben, einen neuen Vertrag einzugehen.“ Viagogo habe nach seiner Einschätzung in der Bundesliga insgesamt nicht den erhofften Werbeeffekt erzielen können: „Viagogo wollte ja gerade durch die offiziellen Partnerschaften raus aus der Grauzone, doch das ist anscheinend nicht gelungen.“ Der Club habe kooperativ rangehen wollen, um das Schwarzmarktproblem zu lösen. Vereinbart war eine Deckelung der Preisaufschläge auf maximal 100 Prozent. Falls es nun bei Spitzenspielen, etwa beim Derby gegen Fürth, auf der weiterhin existenten Plattform Viagogo zu Auswüchsen kommen sollte, wolle er zum Telefonhörer greifen, um für eine Mäßigung zu sorgen. „Wir stehen mit Viagogo ja weiterhin in Kontakt.“

VfB Stuttgart führt faire Tauschplattform ein

Der VfB Stuttgart setzt künftig auf eine eigene technische Lösung, nachdem der Vertrag mit Viagogo ausgelaufen ist. Im neuen System, das von der Krefelder Firma BFN IT stammt, stehe keine Gewinnabsicht hinter dem Kartenaustausch, versichert Stefan Heim, Direktor Mitglieder- und Fanservice. Der Verein verspricht sich davon eine bessere Kontrolle: „Wir steuern es selbst, es ist ein reiner Service für die Fans, jede Karte wird ohne Aufpreis verkauft“, verspricht Heim. Käufer zahlen lediglich den wahren Wert – nämlich ein Siebzehntel des Dauerkartenpreises – und zwei Euro Versandgebühren. „Wir befinden uns in technischen Tests, um nach Möglichkeit zum Saisonstart loslegen zu können“, sagt Heim.

Die TSG 1899 Hoffenheim will demnächst – wenig überraschend – auf die Kompetenz des Hauptsponsors SAP bauen, der mit seinen Softwarelösungen massiv in den Sport drängt: Das SAP-Ticketsystem für den Erstmarkt werde ab der Spielzeit 2014/2015 in Betrieb genommen. Ein Zweitmarktmodul könnte dazu kommen: “Aktuell analysieren wir die Integration der für dieses Produkt existierenden Ticketbörse“, lässt Finanzgeschäftsführer Frank Briel wissen. Ein echtes Problem, den Zweitmarkt in den Griff zu bekommen, hatte der Verein nie: Nur bei wenigen Spielen ist das Stadion der TSG ausverkauft.

Quelle: Screenshot mx

Anders in München. Hier nahm der FC Bayern Viagogo seit 2007 in Anspruch – und zügelte den Anbieter zugleich mit einer Konsequenz wie kein zweiter Bundesligist. Keine Preisaufschläge auf den Kartennennwert – so die Prämisse an die Ticketschieber. Es blieb bei den üppigen Gebühren in Höhe von insgesamt 25 Prozent pro Deal für Viagogo. Bisher war der Rekordmeister äußerst zurückhaltend, was Kritik an Viagogo angeht. Selbst als der Tickethändler ohne Absprache eine FC-Bayern-App in den Apple-Store schob und kurz darauf eilig zurückzog, schwieg man in München offiziell zum kuriosen Vorgang.

Da sich nun die Wege trennen und die Bayern ab der beginnenden Saison auf eine eigene technische Zweitmarktlösung setzen, wird es vor allem spannend sein, den Umgang der beiden Ex-Partner miteinander zu beobachten. Viagogo liefert dieser Tage auf seiner Homepage einen Vorgeschmack der neuen Tonalität. „Viagogo hat die Partnerschaft mit dem FC Bayern beendet und bietet Ihnen jetzt noch besseren Service“, heißt es selbstbewusst. Als „ganz neu“ wird beworben, dass künftig sämtliche Preisschranken fallen.

Viagogo macht Stimmung in München

Auch die Nachfrage will Viagogo anheizen: „Kaufen Sie Tickets für jedes einzelne FC Bayern-Spiel der Saison bis kurz vor Anpfiff und genießen Sie eine noch größere Auswahl als je zuvor.“ Zwei Dinge bleiben bei der vollmundigen Erklärung offen: Woher die vergrößerte Auswahl stammen soll – und wie der FC Bayern die Ticket-Übergaben abseits seiner eigenen Ticketbörse verfolgt. Bisher standen Viagogo dafür offizielle Schalter am Stadion zur Verfügung. Bei Nicht-Partnern wie in Dortmund oder Schalke laufen die Viagogo-Ticketübergaben am Spieltag eher konspirativ in Hotels ab. Klubs wie Borussia Mönchengladbach behalten sich vor, solche Karten am Drehkreuz zu sperren, die nicht konform zur den Ticket-AGB gehandelt wurden.

Dass die Bayern fest gewillt sind, ihren Zweitmarkt nach den von der DFL beschlossenen fairen Regelnzu gestalten, ist sicher. Auf der eigenen Plattform soll ein Einstellen der Karte nur möglich sein, „wenn der Verkäufer der Eintrittskarte auch der ursprüngliche Käufer des Tickets ist“, teilt der Klub mit. „Somit soll vermieden werden, dass die eigene Plattform für Schwarzmarkt-Aktivitäten missbraucht wird.“

Screenshot mx, Bildschirmoberfläche viagogo.de

Während der Klub vor der Saison bestimmten Dauerkarteninhabern die begehrte Karte wegen zu seltener Besuche entzogen hat, redet Viagogo nun Ticketinhabern den Stadionbesuch aus. Man könne stattdessen lieber Kasse machen: „Jeder, der ein gültiges Ticket zu einem Bayern München Spiel besitzt, kann dieses bei viagogo verkaufen. Wir ermöglichen Verkäufern den Verkauf von allen Arten von Tickets inklusive Papiertickets, Dauerkarten, Tickets zu Auswärtsspielen und Business Seats.“ Das Wertpapier Dauerkarte würde so vollends zum Spekulationsobjekt für glückliche Inhaber ohne Fußballinteresse.

Schwarzmarkt bleibt ein Problem

Skeptiker befürchten, dass Viagogo und professionelle Ticketschieber mit dem Appell an niedere Instinkte weiterhin Erfolge erzielen. „Solange die Liga beim Weiterverkauf auf das Nennwert-Konzept setzt, werden sich die Tickets ihren Weg suchen. Und der geht immer in Richtung Geld“, sagt ein Branchenexperte. Die DFL wird zu Saisonbeginn auf der Seite www.bundesliga.de für jeden Klub die offiziellen Ticketverkaufsstellen und auch die klubspezifischen Zweitmarktplattformen listen. Bedingung: Sie müssen in Einklang mit den neuen Fairnessregeln stehen. Viagogo – so viel ist amtlich – ist für die DFL nicht satisfaktionsfähig.

Die Ironie: Mit dem Wegfall der millionenteuren Partnerschaften, angesichts des ohnehin kaum noch schützenswerten Image und der kommunikativen Pause tut sich Viagogo selbst einen Gefallen. Denn solange sich der deutsche Gesetzgeber des Themas nicht annimmt, sind die abwehrbereiten Klubs und Juristen auf schwierigem Terrain. „Solange die Netzwerke der Ticketzuträger noch bestehen, solange auch Schiedsrichter-Karten und Kontingente von Sponsoren im Zweitmarkt landen, helfen die Appelle an Fairness wenig“, sagt ein Insider.

Stefan Merx für das Wall Street Journal Deutschland

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