SAP will die DFL-Zweitmarktbörse nicht betreiben

Noch in diesem Jahr bestimmt die DFL den Technikpartner ihrer geplanten Zweitmarkt-Ticketbörse. Als Anwärter gelten CTS Eventim und Ticketmaster.

Wer macht das Rennen um den offiziellen Ticket-Zweitmarkt der Liga? Am Mittwoch (6.8.14) endete bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Angebotsfrist im Rahmen der Ausschreibung. Die DFL-Plattform soll eine freiwillig zu nutzende Ergänzung werden, die aber keine Konkurrenz zu bestehenden Klubangeboten darstellt. Eine Weitergabe von bereits gekauften Eintrittskarten zum Nennwert („Face Value“) ist vorgesehen, maximal 15 Prozent Servicegebühr können laut DFL-Beschluss hinzukommen.

Im Rahmen der Ausschreibung waren am 11. Juni die Unterlagen mit dem Anforderungsprofil und dem Zeitplan verschickt worden. Die DFL-Geschäftsführung wird noch in diesem Jahr entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Der Betrieb wird für drei Jahre ausgeschrieben, beginnend mit der Saison 2015/16. „Die erforderliche Integration der diversen Klublösungen ist nicht trivial“, sagt ein Kenner der Szene. Die neue Lösung soll den Vereinen, die dies wollen, rein technisch auch die Abgabe von Karten unter Face Value ermöglichen – etwa im Rahmen von Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Als Interessenten für dieses Prestigeprojekt dürften die Ticketingunternehmen Ticketmaster und CTS Eventim gelten. Weltmarktführer Ticketmaster, ein Unternehmen von Live Nation Entertainment, hat zwar im deutschen Fußball keine namhafte Referenz vorzuweisen, doch genau deshalb könnte das Projekt spannend für den Anbieter sein. Zudem kam das Unternehmen im Juni mit dem FC Bayern München ins Geschäft – als neuer Ticketingpartner für das Basketballteam. CTS Eventim hat mit aktuell vier, in Kürze mindestens sechs Vereinen bereits Erfahrungen im Zweitmarkt – über die Plattform Fansale.

Foto: SAP

Als eher fraglich erscheint die Teilnahme der Ebay-Tochter Stubhub, die in England zuletzt auf dem Zweitmarkt von sich reden gemacht hat. Klar positioniert hat sich auf Anfrage des Wall Street Journal Deutschland der Softwareriese SAP. Die Walldorfer, die jüngst für den DFB das Ticketing übernommen haben, verzichten an dieser Stelle: „Nach ausgiebiger interner Prüfung sind wir zu dem Entschluss gekommen, kein Angebot für die DFL-Zweitmarktplattform abzugeben“, sagt Fadi Naoum, Leiter des Bereichs „Sports & Entertainment“ bei SAP. „Unabhängig von dieser Entscheidung werden wir unsere Lösung zur Zweitvermarktung von Tickets weiterhin bei einzelnen Partnervereinen positionieren“, so Naoum.

Stefan Merx für JP4

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