Martin Wagener (Audi): „Wir holen nicht den Geldsack raus“

Wie kam Audi zum FC Ingolstadt – und wohin geht die Reise? Martin Wagener sitzt an beiden Seiten des Tisches. Im Gespräch erklärt er das Wesen der Liaison.

Foto: Audi

Dr. Martin Wagener ist Leiter Zentraler Rechtsservice der AUDI AG und Vorstand beim FC Ingolstadt 04.

Herr Wagener, Sie wirken seit Jahren in den Spitzengremien des FC Ingolstadt mit. Bitte beschreiben Sie doch einmal Ihre persönliche Beziehung zu den Schanzern.

Mein jüngster Sohn hat in der Jugend des FC Ingolstadt gespielt, dadurch bin ich selbst in der Ü40-Mannschaft zum Spielen gekommen. Leider musste ich bald verletzungsbedingt wieder aufgeben. Später hat mich Peter Jackwerth (Vereinspräsident, später Vorstandsvorsitzender, Red.) gefragt, ob ich Interesse hätte, mich zu engagieren. Nach kurzem Nachdenken habe ich mich der Mitgliederversammlung gestellt, bin im Jahr 2007 in den Vorstand gewählt worden und seitdem bin ich auch als Aufsichtsrat in der ausgegliederten Lizenzspieler-GmbH tätig.

2006 intensivierte auch Ihr Arbeitgeber Audi sein Engagement beim FCI – und übernahm das Hauptsponsoring…

Ja, das ging gerade los. Aber mich hat von Audi kein Mensch gebeten, mich zu engagieren. Ich stamme aus Bochum, einer fußballverrückten Gegend. Dieses Emotionale, das den Fußball umgibt, kenne ich von dort. Die emotionale Bindung spüre ich auch noch etwas zum VfL Bochum. Aber wenn das Spiel gegen den FC Ingolstadt kommt, ist ganz klar, für wen mein Herz schlägt.

Ich glaube nicht, dass Audi der Grund war.

Herr Jackwerth hat Sie doch sicher nicht gefragt, weil Sie ihm als Ü40-Kicker besonders aufgefallen sind, sondern weil Sie auch Audi repräsentieren, oder?

Ich bin wirklich ein Fan dieses Vereines. Ich glaube nicht, dass er den Hintergedanken hatte und dass Audi der Grund war. Ich glaube, er hatte gemerkt, dass ich fußballverrückt bin. Ich habe das als persönliches Engagement in einem Verein gemacht.

Peter Jackwerth sagt, Ihre Rolle sei gar nicht so leicht, weil jeder Sie mit Ihrem Arbeitgeber assoziiere. Wie empfinden Sie das? 

Ich muss schon sehen, dass ich als Audi-Angestellter durch mein eigenes Verhalten das andere Thema nicht beeinflusse, fühle mich selber damit aber ganz wohl.

Auch der Generalbevollmächtigte von VW, Wendelin Göbel, sitzt seit 2013 im Aufsichtsrat der Fußball GmbH. Wie hat sich das ergeben?

Drei der sechs Aufsichtsratsmitglieder sind ja automatisch jene, die von der Mitgliederversammlung im Verein gewählt werden. Die restlichen drei bestimmt die Gesellschafterversammlung.

Und wie sind dort die Stimmrechte vergeben? 

So wie die Mehrheitsverhältnisse vergeben sind. Das heißt: 80 Prozent hat der Verein, 20 Prozent hat die Audi AG. Also der Schwerpunkt liegt im Verein.

Wer wählt denn konkret, wer sind die Leute, die im Namen des Vereins die Hand heben dürfen?

Die Vorstände.

Also Vereinsgründer Peter Jackwerth, Sie und Andreas Schleef, ehemaliger Audi-Personalvorstand, bestellen die restlichen Aufsichtsratsmitglieder?

Genau.

Herr Göbel sagte, man habe ihm das Mandat angetragen. Wissen Sie, wer ihm gesagt hat, es sei eine gute Idee, wenn er in den Aufsichtsrat des FC Ingolstadt geht?

Wendelin Göbel und ich kennen uns seit ganz langer Zeit, sind freundschaftlich verbunden und haben auch eng zusammengearbeitet, als er hier bei der Audi AG war. Wenn man merkt, dass jemand gut vernetzt ist in dieser Region, wenn er seine rare Zeit – er ist ja den Rest der Woche in Wolfsburg – auch noch nutzt, um zu den Spielen und sogar Auswärtsspielen zu kommen, dann liegt es doch eigentlich nahe, so jemanden zu fragen, ob er nicht auch ins Aufsichtsgremium möchte.

Besetzung des Aufsichtsrats der FC Ingolstadt Fußball GmbH

Peter Jackwerth (gewählter Vereinsvorstand, Unternehmer)
Martin Wagener (gewählter Vereinsvorstand, Audi)
Andreas Schleef (gewählter Vereinsvorstand, Ex-Audi)
Frank Dreves (berufen, Ex-Audi)
Alfred Lehmann (berufen, Ex-Oberbürgermeister)
Wendelin Göbel (berufen, VW)

Verstehe, aber würden Sie uns Recht geben, dass Audi oder der VW-Konzern eine starke Position in den Klubgremien hat?

Würde ich so nicht sehen. Man kann das so konstruieren und sagen: Ja, da sind der Dr. Schleef und Dr. Dreves (Frank Dreves, Ex-Produktionsvorstand Audi und ebenfalls berufenes AR-Mitglied der FC Ingolstadt 04 Fußball GmbH, Red.) als ehemalige Vorstände. Aber da existiert ja gar kein Direktionsrecht mehr. Die Audi AG hat auf diese Menschen  keinen Einfluss mehr. Das muss man mal objektiv so konstatieren.

Vier der sechs Mitglieder im Aufsichtsrat haben eine Vergangenheit im VW-Konzern, zwei davon sind noch aktiv.

Wendelin Göbel und ich, ja. Aber wir sind ja nur im Aufsichtsgremium, wir regieren da ja nicht durch. Die Mehrheitsentscheidungen liegen immer beim Verein – und zwar ganz deutlich mit 80,06 zu 19,94 Prozent. Die Geschäftsführung wird auch in der Gesellschafterversammlung bestimmt.

Wir haben das damals gemacht, weil Herr Jackwerth sich etwas zurückziehen wollte.

Wie kam es zum Anteilskauf durch Audi? Was stand dahinter, als Audi 2013 die Anteile in Höhe von 19,94 Prozent von Peter Jackwerth übernahm? 

Einmal sind wir ja langfristig durch den Sponsoringvertrag an den FC Ingolstadt gebunden. Damals gab es die Diskussion: Was passiert mit der Stadionbetreiber GmbH und den Assets, die da sind? Peter Jackwerth war damals bereit, sich von seinen 19,94 Prozent zu trennen, da ist ein Gesamtdeal draus geworden: Wir haben 100 Prozent von der Stadionbetreiber GmbH bekommen. Da kann man sagen: Was willst Du denn mit einem Stadion? Aber wenn man sich in Ingolstadt auskennt: Das ist in einer Gegend entwickelt worden, wo es auch den Gegenwert hat – selbst wenn man das Stadion mal nicht mehr bräuchte. Wir haben das damals gemacht, weil Herr Jackwerth sich etwas zurückziehen wollte, und wir durch dieses Engagement einen Beitrag zur Erhöhung der Standortattraktivität leisten konnten.

Herr Jackwerth sagt: Er hätte dabei kein Geschäft gemacht, sondern eher noch draufgelegt. 

In the long run, bei dem ganzen Engagement, das er von Anfang hatte, das kann ich nicht beurteilen, mag es sein, dass er sogar draufgelegt hat.

Nach den Statuten von DFL und DFB würde man ja nach 20 Jahren erheblichen Einflusses sogar die Mehrheit übernehmen können. Ist das eine Option für Audi? 

Da gibt es keinerlei Gedanken oder Gespräche drüber. Wir wollen doch gerade den Verein sich entwickeln lassen. Wir wollen ihn autonom lassen. Das ist nicht nur beim FC Ingolstadt so. Wir lassen einige Gesellschaften lieber selbstständig arbeiten, weil sie es viel besser und schneller hinbekommen und wir das Know-how nicht haben. Das ist überhaupt nicht ungewöhnlich.

Wäre auch gut gewesen, wenn wir auch keinen Anteil daran hätten.

Braucht Audi die Anteile überhaupt?

Aus Audi-Sicht muss ich sagen. Hätten wir auch nicht machen müssen. Wäre auch gut gewesen, wenn wir auch keinen Anteil daran hätten. Jetzt war es aber so, jetzt haben wir es gemacht. Das starke Ziel von Audi ist aber: Diesen Verein möglichst autonom zu lassen. Aber auch sportlich gesehen ist keiner im Unternehmen, der die Ahnung und Zeit hätte, einen Fußballverein zu managen.

Wir bekommen das Gefühl, dass viele Sachen – Anteilserwerb, Kauf des Stadions – eher schüchtern und ohne große Öffentlichkeit gemacht wurden. Warum steht man nicht offensiver dazu? Ist es die Scheu, die man als Investor im Zuge der RB-Leipzig-Diskussion bekommt?

Leipzig ist nicht unsere Diskussion. Ich werde mich auch nicht an der Werkself-Diskussion beteiligen. Ganz eindeutig ist es so, dass der Verein autonom ist und auch bestimmt.

Vita: Ein Bochumer in Bayern

Beruf Der 56-Jährige Martin Wagener ist Chefsyndikus und damit Leiter des Zentralen Rechtsservice bei der AUDI AG in Ingolstadt. Am 1. Mai 1987 fing er bei Audi an. Nach den ersten Jahren in der Rechtsabteilung wechselte Wagener in die Personalabteilung, wo er den Bereich Betriebsverfassung und Personalsysteme leitete. Später übernahm der promovierte Jurist für vier Jahre eine leitende Funktion im Vertrieb. Seit Anfang 2000 ist er in seiner heutigen Position. Er sitzt in zahlreichen Aufsichtsräten von Audi National Sales Companies, z.B. in Brasilien, Singapur, Taiwan, Korea und Australien.

Sport Golf ist sein Hobby, Fußball seine Leidenschaft. Beim FC Ingolstadt 04 e.V. ist er Vereinsvorstand seit 2007.
Privat
Wagener ist in Bochum geboren, dort zur Schule gegangen, an der Ruhr- Universität Bochum hat er studiert. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Sie hatten in einem vielzitierten Interview ziemlich genau vor drei Jahren von Aufstiegsplänen geredet. Erste Bundesliga im Jahr 2014, so hieß es.

Ich weiß es noch wie heute. Es war in einem persönlichen Gespräch, ich hatte sogar Fankleidung an, glaube ich. Der Journalist fragte mich, in drei Jahren wird ihr Verein zehn Jahre alt. Was wünschen sie sich zum Geburtstag? Da habe ich einfach einen Geburtstagswunsch ausgesprochen – wie ein kleines Kind nach dem Motto „Feuerwehrauto“. Man kann sagen: Mit der Lebens- und Berufserfahrung sagt man sowas nicht so dahin. Aber so kommt dieses Zitat zustande. Wenn jetzt der Eindruck aufkommt, ich rudere zurück: Ja, es war damals kein Aufstieg geplant, und ganz ehrlich: Im Moment ist ein Aufstieg auch nicht geplant. Es gibt eine langfristige Planung des FC Ingolstadt 04, auf der auch unser gesamtes Sponsoringengagement aufgebaut ist. Und da ist aber ganz gewiss nicht in dieser Saison das Ziel Aufstieg formuliert.

Sondern wann?

Die Planung sieht immer Korridore vor. Dieses Jahr: minimal 9. Platz. So, und jetzt kann man sich ausrechnen, das heißt als Korridor vielleicht 4. bis 9. Platz. Dann ist im nächsten Jahr vielleicht ein etwas ehrgeizigerer Korridor denkbar. Und der geht irgendwann mal von 1 bis X. Aber das ist eben eine revolvierende Planung, die jedes Jahr neu angeschaut werden muss. Letztes Jahr standen wir zu diesem Zeitpunkt ganz unten. Da hat kein Mensch gefragt, ob die 3. Liga unser Plan wäre.

Ein Aufstieg ist auch in der kommenden Saison nicht das Primärziel.

Nun sind Sie aber Tabellenerster.

Ich werde jetzt nicht euphorisch. Nur weil der FCI 04 zu einem frühen Zeitpunkt ein paar Punkte Vorsprung hat. Schön, dass der FCI 04 das mal gedreht hat, nicht gegen den Abstieg kämpft, sondern mal ein bisschen Luft hat und wirklich mal Begeisterung in der Region auslösen kann. Und das Thema: Will der Verein jetzt aufsteigen oder nicht? Wer treibt denn Sport, um Letzter zu sein? Keiner.

Es gibt eine Planung, wie Sie erwähnen. Ist denn der Aufstieg für die kommende Saison vorgesehen?

Nein, auch da ist es nicht das Primärziel. Ich kann Ihnen das nicht konkreter sagen, weil wir eine Geheimhaltung drauf haben. Diese Planung beruht ja nicht nur auf den sportlichen Voraussetzungen, sondern auch auf allen Rahmenbedingungen. Zuletzt ist der FCI 04 zweimal mit dem Stadion umgezogen, hat das Jugendzentrum gebaut. Das sind alles Dinge, die auch Managementattention wegnehmen, die aber Voraussetzung sind, dass man langfristig erfolgreich ist. Hauptfokus ist im Moment auf der Jugendarbeit. Damit soll eine Durchlässigkeit  von den Jugendmannschaften über die U23 in den Profibereich erzielt werden. Und das ist auch genau im Audi-Interesse: Förderung des Breitensports, nachhaltige Jugendarbeit, Erhöhung der Standortattraktivität.

Der Vertrag von Audi mit dem FCI geht ja aktuell bis 2017/18. Ich nehme an, die Laufzeit inkludiert ein Aufstiegsszenario?

Sagen wir mal so: Wir holen als Audi nicht den Geldsack raus, wenn der FC Ingolstadt neue Spieler benötigt. Das sind Märchen. Natürlich gibt es Szenarien in dem Vertrag, in dem auch ein Erstligabetrieb vorgesehen ist. Ganz selbstverständlich: Dann wäre ja der Werbewert höher, die TV-Präsenz höher – also die Gegenleistung, die wir einkaufen.

Aktuell heißt es von Vereinsseite, in der Winterpause könne man sich Verstärkungen durch neue Spieler vorstellen. Audi ist da nicht im Spiel, richtig?

Wir müssen aufhören mit den Gedanken, Audi schmeißt Geld rein, wenn es mal schlecht läuft. Oder jetzt, wo wir oben anklopfen könnten, jetzt holen wir nochmal richtig teure Spieler von überall her. Nein, mitnichten. Sportdirektor Thomas Linke muss mit seinem Etat auskommen, hier wird nichts nachgeschenkt und nachgeschüttet.

Eine Schätzung ist, dass Audi etwas über zwei Millionen an Sponsoring investiert. Ist das total daneben? 

Weder richtig noch falsch, wir äußern uns zu der Höhe unseres Sponsoringengagements nicht. Generell ist es deutlich geringer, als immer allgemein vermutet wird.

Sie werden aber schon nach der Saison 2017/18 mit dem Sponsoring weitermachen, oder? Die Sache ist langfristig angelegt, nehmen wir an? 

Ja, aber es ist auch kein Vertrag auf Lebenszeit. Es muss auch Erfolg kommen, es muss was für die Region getan werden, für die Attraktivität der Stadt. Und es muss auch zum Image unseres Unternehmens passen. Deshalb ist es kein Vertrag auf Lebenszeit. Wir prüfen nach fünf Jahren, ob es ein Engagement ist, das wir guten Gewissens weitermachen können.

Uns hat gewundert, dass man mit der weit entfernten quattro GmbH die Anteile kauft. Wieso hat nicht Audi direkt zugegriffen?

Einmal ist quattro unsere sportliche Marke und dann gab es finanztechnische Gründe. Unsere M&A-Abteilung hat diese Gesellschaft vorgeschlagen, wir haben gesagt, es passt ganz gut. Letztlich ist es eine 100-prozentige Tochter, es spielt keine Rolle.

Es gibt ein OK der DFL nach den jetzt gültigen Regelungen.

Wenn ein Aufstieg gelänge, wären mit dem FC Bayern München und dem FC Ingolstadt gleich zwei Klubs der ersten Bundesliga im Audi-Teilbesitz. Kommt man mit den DFL-Statuten ins Gehege? Ist es schon in der jetzigen Form konform oder müsste man nochmal darüber nachdenken? 

Sowohl der Betrieb in der ersten und zweiten Liga unterliegt den gleichen Statuten. Diese Konstellation, die wir jetzt beim FC Ingolstadt haben, ist hinsichtlich der ersten und der zweiten Liga mit der DFL so abgestimmt. Da gibt es ein OK der DFL nach den jetzt gültigen Regelungen, unabhängig davon, in welcher Liga und gegen welche Klubs wir spielen.

Was wäre, wenn eine konkrete Person eine Doppelfunktion ausüben würde in Gremien von Bundesligisten? Nehmen wir – fiktives Beispiel – Rupert Stadler, Audi-Chef und Aufsichtsrat beim FC Bayern. Wäre es auch noch OK, wenn er im Aufsichtsrat von Ingolstadt 04 säße?

Da müssten Sie die DFL fragen, ob es den Regularien entspricht. Meine persönliche Meinung: Allein schon aus optischen Gründen würde ich so etwas vermeiden. Geplant ist so etwas definitiv nicht.

Man würde sich unnötig Probleme schaffen… 

Der Verein soll nicht eine Betriebssportgruppe von Audi sein, sondern in der Region wachsen. Es soll natürlich auch einen gewissen Bezug zu Audi haben, weil Ingolstadt sehr Audi-geprägt ist.

Trikotsponsoring? Man könnte ja auch quattro drauf schreiben.

Der Aufstiegsfall könnte für Audi ja beides sein: Entweder super, weil die vier Ringe auch international viel sichtbarer sind. Oder andererseits eine Gelegenheit, einen Schritt in die zweite Reihe zurückzutreten – als Exitstrategie. Schließlich dürften dann ja auch andere Interesse haben, einen Erstligisten zu sponsern.

Es gab noch keine Interessenten für das Trikotsponsoring. Aber wenn es so wäre und sich der Verein andere Einnahmequellen erschließen könnte, warum nicht? Man könnte ja auch quattro drauf schreiben, dann hat man den Bezug und repräsentiert eine der innovativsten Ideen, die wir hatten.

Wir stellen im Verein fest: Man will nicht als „der Audiklub“ wahrgenommen werden. Es verwundert ein wenig. Ist es etwas Ehrenrühriges?

Es ist ambivalent. Man ist aufmerksam genug, um zu spüren, dass das Sponsoring die ganze Geschichte schon auch ermöglicht. Wir sind so ein Enabler. Auf der anderen Seite spürt man das Fandasein. Sie wollen es mitgestalten, das ist auch ihr gutes Recht. Der Verein hat ganz bewusst die Entscheidung getroffen, sich zu öffnen, und so gibt es nun auch einen Fanvertreter im erweiterten Vorstand.

Sind Sie zufrieden mit dem Zuschauerzuspruch? 

Es ist so ein Vorurteil: Toller Fußball, aber keiner kommt. Das stimmt nicht. Der FCI 04 hat  den Schnitt um fast 1.000 Zuschauer gesteigert auf rund 7.500 im Moment. Und die Knaller kommen ja alle erst noch mit den Heimspielen gegen Nürnberg, Düsseldorf, 1860 oder Kaiserslautern. Wir wünschen uns natürlich immer ein volles Stadion, aber man muss auch sehen, wie lange es dauert, bis man sich einen Kundenstamm aufgebaut hat und sich eine Fankultur entwickelt. Ich kann mich noch gut an die Zeiten des MTV erinnern, als 25 Fans kamen. Man sollte immer gucken, wo man herkommt. Noch dazu sind wir in einer Gegend, wo die Leute ihr Herz bereits an den FC Bayern oder an den Club, den FC Augsburg oder Jahn Regensburg verloren haben. Hier befinden sich ja auf einem Fleck mehr Klubs als im Ruhrgebiet.

So gesehen keine gute Idee, da etwas hochzuziehen. 

Oder gerade doch. Im Ruhrgebiet funktioniert es ja auch. Aber es wird einen Moment lang dauern. Und es darf auch dauern.

Herr Wagener, haben Sie vielen Dank für das Gespräch!

Stefan Merx für JP4

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