Automobilsponsoren: Geldregen für die Top-Klubs

Autoproduzenten nutzen den Fußball als Werbevehikel wie keine zweite Branche. Als besonders spendabel zeigen sich aktuell Marken des VW-Konzerns.

Dieser Coup sorgte selbst im Milliardenzirkus Profifußball für rote Ohren: 559 Millionen Dollar bezahlt General Motors dem englischen Top-Klub Manchester United für einen sieben Jahre lang laufenden Werbevertrag: Seit Sommer laufen die Stars um Wayne Rooney mit dem Chevrolet-Logo auf. Es ist der teuerste Trikot-Deal im Fußball.

Autobauer haben im Fußballsponsoring die Poleposition übernommen. Kein anderes Werbevehikel vermag Fans ähnlich effektiv und emotional zu binden, so das Kalkül.

Quelle: Repucom

Audi päppelt in der aktuellen Champions-League-Runde gleich vier Klubs – und gibt dort nach Zahlen der Sponsoringberatung Repucom im Branchenvergleich am meisten aus: Real Madrid, FC Barcelona, Chelsea und Bayern München fahren Audi.

Foto: Audi

FCB-Trainer Pep Guardiola musste beim Wechsel von Barcelona nach München nicht einmal die Marke wechseln. Audi-Chef Rupert Stadler übergab ihm nach Ankunft in München persönlich den Autoschlüssel.

Mehr als 250 Millionen Euro zahlen Autosponsoren in der laufenden Saison an die Klubs der Königsklasse. Manchester United, da nicht qualifiziert, ist mit seinem Chevrolet-Deal in dieser Summe nicht einmal enthalten.

Das Sponsoringvolumen der Autokonzerne in der ersten Fußball-Bundesliga taxiert Repucom auf 75 Millionen Euro im Jahr. Die höchsten Zahlungen leistet in der Fußball-Bundesliga in Summe die Marke VW, gefolgt von Audi, Mercedes-Benz, Alfa Romeo und Opel. Keine andere Branche zahlt aggregiert solch hohe Sponsoringsummen an die Klubs – auch nicht die Ausrüster wie Adidas, Nike oder Puma.

Quelle: Repucom

Konzernweit betrachtet, unterstützt Volkswagen nach eigenen Angaben 16 Klubs in der ersten und zweiten Liga als Sponsor. In Wolfsburg, München und Ingolstadt hält der Autokonzern sogar Klubanteile.

Weitere Informationen zum Thema:
Interview mit Martin Wagener (Audi)
FC Ingolstadt 04: Der kleine FC Bayern
VW in Leipzig: Die Stunde der Systemkritiker
WM-Bilanz der Automobilsponsoren: Gewinner unter sich
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Stefan Merx für das Handelsblatt

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