Uwe Schwenker: „Das Viertelfinale sollte erreicht werden“

Im Interview erläutert Uwe Schwenker Strategien für die Nationalmannschaft und spricht über das neue Miteinander von Klubs und Verband.

Foto: © Sandra Then

Uwe Schwenker ist seit Sommer 2014 Präsident der DKB Handball-Bundesliga und DHB-Vizepräsident. 

Herr Schwenker, das Nationalteam hat Olympia 2012 und die EM 2014 verpasst und brauchte nun eine WM-Wildcard. Ist das der absolute Tiefpunkt im deutschen Handball?

Es lief in der jüngsten Vergangenheit nicht ganz so gut. Und daran müssen wir arbeiten – als Liga und als Verband. Damit wir das Team wieder nach vorn kriegen. Was die Wildcard betrifft: Dafür konnte der Deutsche Handballbund (DHB) am wenigsten.

Es gab hitzige Diskussionen um die WM-Freikarte auf Kosten der Australier. Was war das Problem?

Offenbar stand schon vor den Qualifikationsspielen gegen Polen fest, dass Deutschland als bester Nachrücker bei der WM startberechtigt sein würde. Wie das vom Weltverband kommuniziert wurde, war das Problem. In diesem Zusammenhang von einer Wildcard zu sprechen, war irreführend.

Es gibt seit einem Jahr eine neue DHB-Spitze. Wie ist Ihre Bilanz?

Es wurde viel auf den Weg gebracht, auch die Männer-WM 2019 nach Deutschland geholt. Trainer und Manager der Klubs haben sich mit der DHB-Führung getroffen, das gab es früher nicht. Wir wissen: Alle sind abhängig vom Erfolg des Nationalteams. Die Klubs gewinnen jedes Jahr Titel. Nun ist es an der Zeit, dass das Nationalteam liefert: Das Viertelfinale sollte erreicht werden.

Ist die Lage ähnlich schwierig wie bei der Fußball-Nationalelf im Jahr 2000 nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der EM.

Der Vergleich trifft zu. Der Fußball hat die richtigen Lehren gezogen. Im Handball versuchen Klubs und Verband Ähnliches, jedoch mit viel geringeren Mitteln.

Sehen Sie mehr finanziellen Spielraum?

Die Klubs investieren jährlich Millionen in die Nachwuchsförderung. Jetzt warten wir die WM ab. Künftig wird die neue Lenkungskommission von Liga und Verband eine wichtige Rolle spielen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Thomas Mersch für das Handelsblatt

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