Stephan Schippers: „Wir schauen vor allem auf die Rendite“

Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers über Chancen und Grenzen des Fanartikelverkaufs und neue Ziele im Merchandising.

Quelle: Borussia Mönchengladbach

Stephan Schippers ist Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach.
Herr Schippers, Ihr Klub ist in der Bundesliga zur Nummer vier beim Fanartikelverkauf aufgestiegen. Wie erklären Sie das Wachstum?

Wir haben binnen 15 Jahren den Umsatz von 1,5 auf knapp elf Millionen Euro ausbauen können. Der Motor ist vor allem möglichst guter Fußball. Wir sind davon überzeugt, dass für uns noch mehr drin ist – und haben primär eher die Rendite im Auge als den Umsatz.

Welche Rolle spielen die Klubmitglieder für das Merchandising?
1999 hatte die Borussia 4 000 Mitglieder – aktuell sind es 65 000. Und wir sind sicher, dass die Zahlen weiter steigen werden, wenn die Mannschaft sich sportlich so weiter entwickelt. Wer Mitglied wird, ist prädestiniert dafür, sich mit Fanartikeln zu seinem Verein zu bekennen. Das gehört dann dazu.

Wo kaufen Ihre Fans bevorzugt?
Die Bedeutung des Internets ist stark gestiegen. Hier ist heute unser stärkster Shop, in dem wir 2014 rund fünf Millionen Euro umgesetzt haben.

Im Merchandising müssen wir auch die Erfordernisse unseres Ausrüsters berücksichtigen.

Ebenfalls im Internet beteiligen Sie sich an Auktionen – zuletzt war eine Trainingshose von Stürmer Max Kruse im Angebot. Ist das ein Wachstumssegment?
Hier sprechen wir über Unikate, die Marge steht dabei nicht im Vordergrund. Das kann mal eine Trainingshose sein oder auch ein getragenes Spielertrikot, das sich von den Trikots im Fanshop durch eine zusätzliche kleine Klubfahne im Kragen unterscheidet. Fußballfans sind oft auch Sammler, denen wir solche Raritäten anbieten wollen.

Welche Rolle spielt Freizeitbekleidung für den Umsatz?
Wir haben das Angebot in den vergangenen 15 Jahren stark diversifiziert. Aber wir werden den Bogen nicht überspannen. Das Trikot ist unser stärkstes Produkt – und das wird es auch bleiben. In der vergangenen Saison haben wir 80 000 Stück verkauft, für diese Saison peilen wir 100 000 an.

Knapp 75 Euro kostet ein Gladbach-Trikot – und damit liegen Sie preislich erst im Mittelfeld der Bundesliga. Werden Sie den Preis erhöhen?
Wir sind der Meinung, dass Fußball bezahlbar bleiben muss. In elf Spielzeiten im Borussia-Park haben wir erst ein Mal die Eintrittspreise erhöht. Aber im Merchandising müssen wir auch die Erfordernisse unseres Ausrüsters berücksichtigen.

Vielen Dank für das Gespräch!


Thomas Mersch für das Handelsblatt

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