Die Golfklubs hoffen auf den Kaymer-Boom

Die Siege von Martin Kaymer machen der hiesigen Golfbranche Hoffnung. Getragen vom Medienrummel wollen sie mehr Amateursportler locken.

Für einen Sieg reichte es nicht. Aber reich wurde Martin Kaymer trotzdem. 3,7 Millionen Euro verdiente der 26-Jährige beim gerade zu Ende gegangenen „Race to Dubai“ und schaffte es damit auf Platz drei der europäischen Geldrangliste. 2010 hatte er die Turnierserie gar gewonnen – als erster Deutscher nach über 25 Jahren.

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Die Siege des Rheinländers machen der hiesigen Golfbranche Hoffnung. „Sein Erfolg hilft, den Sport bekannter und populärer zu machen“, sagt Alexander Klose, Vorstandsmitglied des Deutschen Golf Verbands (DGV). „Wir spüren eine deutlich höhere Medienaufmerksamkeit.“ Die Betreiber von Golfanlagen wollen so mehr Amateursportler anlocken und damit zusätzliche Mitgliedsbeiträge erwirtschaften. Allerdings kann von einem Ansturm neuer Golffans keine Rede sein. Lange verzeichnete die Branche einen halbwegs konstanten Mitgliederzuwachs. Im vergangenen Jahr aber schwächte sich dieser deutlich ab. Mit rund 11000 stieg die Mitgliederzahl trotz Kaymer nur etwa halb so stark wie im Jahr zuvor.

„Golf hat es in der breiten Masse immer noch schwer“, sagt Harald Lehnert, Geschäftsführer der Sportmarketing-Agentur TGM. „Bei vielen herrscht das Vorurteil, dass man viel Geld und Zeit braucht, um regelmäßig zu spielen.“ Die Sportart hat ein Imageproblem. Dem versuchen die etwa 800 Golfanlagenbetreiber in Deutschland entgegenzuwirken. Viele Regeln wurden bereits entschärft. So gehören etwa Kurzzeit- und Feierabendturniere mittlerweile fast überall zum Standard. Auch die Handicap-Regeln für Anfänger sollen vereinfacht werden. „Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Sportarten“, sagt DGV-Vorstand Klose. „Deshalb müssen wir uns stetig anpassen, um zukunftsfähig zu bleiben.“

David Meiländer für das Handelsblatt

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