Uefa plant den Stresstest für die IT-Systeme

Die Uefa muss sich auf einen Ansturm im Netz gefasst machen. Bis zu 150 Millionen Homepage-Besucher erwartet die IT-Abteilung während der Europameisterschaft.

Daniel Marion erwartet im Sommer Gäste, und das nicht zu knapp. „Mit 150 Millionen rechnen wir, eher mehr“, sagt der IT-Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Er spricht von Besuchern der Webseite www.uefa.com – sie wird während der Europameisterschaft zentraler Anlaufpunkt für Fußballfans aus aller Welt. „Es wird lebhaft“, sagt Marion. „Zugriffszahlen, die wir mit der Champions League in einem Jahr erreichen, haben wir zur Euro in einem einzigen Monat.“

Die Uefa tickert nicht nur Ergebnisse und Turnierneuigkeiten, sondern liefert auch Live-Streams – etwa für Mobilgeräte. Die Anforderungen an die Infrastruktur steigen mit dem Datenvolumen, die Euro 2012 wird so zum Stresstest. Für manche Sender stellt die Uefa auch Bewegtbild-Streams für iPhone, iPad und das Web bereit. „Je nachdem, welchen Vertrag wir mit dem Sender haben, bieten wir das als White-Label-Inhalt an“, sagt Marion.

Er erwartet die höchsten Web-Zugriffszahlen in Europa, gefolgt von den USA, wo die Spiele zur Arbeitszeit angepfiffen werden. Asien, Lateinamerika und Afrika sind die nächstwichtigsten Onlinemärkte. Auch um den Sponsoren Aufmerksamkeit zu verschaffen, zielt die Uefa auf möglichst große Besucherströme.

Marion muss dabei ein verändertes Nutzerverhalten einkalkulieren: „Das Aufkommen sozialer Medien wie Twitter zieht Aufmerksamkeit von den offiziellen Veranstalterseiten ab, lenkt sie aber wiederum genau dort hin, wenn zur rechten Zeit die Angebote stimmen“, weiß Marion.

Mit Blick auf das Turnier hat die Uefa vor wenigen Monaten den IT-Dienstleister gewechselt: Der Partner NTT wurde abgelöst durch Interoute. Der paneuropäische Netzbetreiber unterstützt bis 2013 den Geschäftsbetrieb und den Onlineauftritt der Uefa. Interoute betreibt die Anwendungen und Systeme in der nach Eigenangaben „größten Private-Cloud Europas“.

Stefan Merx für das Handelsblatt

Kommentar hinterlassen


− 2 = vier

© 2012 Pressebüro JP4

Nach oben scrollen