TV-Hersteller hoffen auf den 3-D-Effekt

Trotz massiver Werbung verkauften die Elektronikkonzerne nur wenige 3-D-Fernseher. Um die Kauffreude zu fördern drängen die Hersteller, mehr 3D-Sport zu bieten.

Der Zeitpunkt war abzusehen: Der Elektronikkonzern Samsung nutzt auch diese Fußball-WM, um für seine 3-D-Fernseher zu werben. Dabei werden im Gegensatz zur WM der Männer 2010 gar keine Spiele in 3D übertragen. Trotzdem könnten die Smart-TVs von Samsung dank einer speziellen Technik den Bildern einen „realistischen Tiefeneffekt“ hinzufügen, verspricht der koreanische Hersteller. Nötig seien dazu nur noch die entsprechenden3-D-Brillen.

Quelle: Jiří Suchomel auf Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Doch nur wenige Kunden dürften erfahren, wie plastisch das Ganze am Ende aussieht – mangels Nachfrage. Trotz massiver Werbung verkaufte die Branche 2010 in Deutschland nur rund 200000 3-D-Fernseher. Zwar geht der Elektro-Verband ZVEI davon aus, dass der Absatz dieses Jahr auf eine Million Geräte steigt. Andere jedoch sind skeptischer: Den Marktforschern der Mediareports Prognos zufolge wird noch 2014 die Quote der Haushalte mit 3-D-Geräten im einstelligen Prozentbereich liegen. Gründe: Es fehle am Programmangebot, und zudem hätten sich viele Deutsche gerade erst einen neuen Flachbildschirm zugelegt. 

Um die Kauffreude zu fördern, drängen die Hersteller daher auf mehr Inhalte in 3D – Sport bietet sich hier besonders an. Das Auftaktspiel der Eishockey-WM 2010 in Deutschland war das erste Sportereignis, das in Europa live in 3D übertragen wurde. Bei der Fußball-WM der Männer kurz darauf ließ die Fifa im Interesse des Sponsors Sony Spiele mit der 3-D-Technik produzieren. Mittlerweile werden auch Bundesligapartien dreidimensional übertragen. Kürzlich schlugen Tennisprofis wie Rafael Nadal bei den French Open in Paris dank Panasonic auf dem Bildschirm in 3D auf.

Ingmar Höhmann für das Handelsblatt

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