Städte polieren mit Fanfesten ihr Image auf

Bei der Frauenfußball-WM setzen viele Städte auf Public-Viewing um den lokalen Tourismus zu fördern un ddie internationale Bekanntheit zu steigern.

Die Austragungsorte der Frauenfußball-WM erhoffen sich einen starken Imagegewinn für den lokalen Tourismus. Vor allem kleinere Städte wie Sinsheim, Wolfsburg und Leverkusen könnten durch das Turnier ihre weltweite Bekanntheit deutlich steigern, erwartet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Die Frauen-WM ist zwar nicht vergleichbar mit der Herrenweltmeisterschaft 2006, dennoch wird es spürbare wirtschaftliche Impulse geben“, sagt Sprecherin Stefanie Heckel.

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Nicht nur Hotels und Kneipen, auch die Kommunen rüsten sich für die Besucher auf den Fanmeilen. Frankfurt am Main, Augsburg, Dresden, Wolfsburg, Mönchengladbach und Sinsheim planen Public-Viewing-Bereiche mit Platz für insgesamt rund 30000 Fußballfans. Die übrigen Austragungsorte setzen überwiegend auf privat organisiertes Public Viewing in Gaststätten und Einkaufszentren. Mit einem Budget von vier Millionen Euro bietet Frankfurt das aufwendigste Fanfest. Auf drei schwimmenden Leinwänden am Mainufer sollen alle Partien übertragen werden. Zusätzlich erwartet die Stadt 200000 Zuschauer bei der Eröffnungsshow am 25. Juni. „Wir gehen davon aus, dass es einen deutlichen Zuwachs an Tagesgästen aus der Region geben wird“, sagt Janina Steinkrüger von Frankfurts Tourismusgesellschaft.

Trotz des erwarteten Andrangs sind die Fanmeilen ein Zuschussgeschäft. Mönchengladbach will insgesamt 1,1 Millionen Euro für die WM ausgeben. Das Land Nordrhein-Westfalen steuert zwar 150000 Euro bei, trotzdem rechnet die Stadt am Ende mit einem Defizit von 375000 Euro. Langfristig werde sich der Aufwand jedoch lohnen, sagt Elmar Eßer, Projektkoordinator der städtischen Marketinggesellschaft: „Der Imagegewinn liegt deutlich höher.“

Die Gastronomiebranche sieht die Fanfeste nicht uneingeschränkt positiv. Für sie entsteht zusätzliche Konkurrenz: „Wenn sich die Zuschauer nur auf die Fanmeilen konzentrieren, wäre das nicht gut für die lokale Gastwirtschaft“, sagt Dehoga-Sprecherin Heckel. „Wir gehen aber davon aus, dass viele Fans die Spiele lieber in bequemer Biergartenatmosphäre sehen wollen.“

Mathias Peer für das Handelsblatt

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