Jede Menge Treffer im Internet

Nationalspieler bringen Sponsoren in sozialen Netzwerken viele Klicks. Voraussetzung ist stets ein cleveres Konzept, das zum Mitmachen anregt.

Manuel Neuer hält seinen Kasten sauber. Das gilt bei der Europameisterschaft und auch im Internet. Der deutsche Nationaltorhüter pariert beim virtuellen Elfmeterschießen des Sponsors Coca-Cola Schüsse der Computernutzer auf ganz überraschende Weise: mal in Karatemanier, mal als Cowboy und mal ganz lässig vom Sessel aus. Der Trick: Coca-Cola hat etliche Filme vorproduziert. Sie werden blitzschnell eingespielt – je nachdem, welchen Teil des Tores ein Schütze in welcher Sekunde anvisiert. So entsteht das Gefühl, der Nationalkeeper reagiere ganz individuell.

Foto: Saadick Dhansay auf Flickr.com (CC BY 2.0)

Generell sind während eines großen Turniers Social-Media-Kampagnen mit Stars als Werbebotschaftern schwierig zu realisieren. „User erwarten schnelle Reaktionszeiten. Fußballer können das bei einer Europameisterschaft aus Zeitgründen nicht gewährleisten“, sagt Bastian Scherbeck, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur „We are social“. 

Der Elektronikhersteller Philips geht einen anderen Weg. Der EM-Werbebotschafter für Deutschland stammt nicht aus dem Kreis der Nationalelf: „Wir haben das erwogen, uns aber für Jürgen Klopp entschieden, weil er während des Turniers verfügbar ist“, sagt Sprecher Sebastian Lindemann. Philips stellt auch Rasierapparate her. Über Facebook rief das Unternehmen alle Fans dazu auf, sich nicht zu rasieren, solange die deutsche Elf im Turnier bleibt. Dortmunds Meistertrainer Klopp geht voran, lässt seine Stoppeln sprießen und sendet aktuelle Videobotschaften. Philips zählt beim Videoportal Youtube über eine Million Klicks auf den Spot und Fotos von fast 8 000 Bärtigen auf der Aktionsseite imInternet. 

Gruppenbild mit Bier

Die Brauerei Bitburger setzt gleich auf die komplette Nationalmannschaft als Testimonial. In der digitalen Welt hat die Braugruppe dennoch das Nachsehen gegenüber Wettbewerber Carlsberg. Laut der Beratungsfirma Havas haben die Dänen in den sozialen Netzwerken in Deutschland auch ohne Testimonial doppelt so viele Erwähnungen wie Bitburger. 

Bei Youtube das gleiche Bild: Der Carlsberg TV-Spot „Fan Academy“ bringt es ohne Promi auf 1,5 Millionen Klicks, Bitburger schafft 50 000. Die Brauerei verlängert das Nationalmannschafts-Sponsoring über Facebook mit einem Tippspiel, einer Kunstauktion und dem Aufruf an Fans, Fotos von sich einzusenden. Mehr als 160 000 Nutzer haben es per „Gefällt-mir“-Knopf honoriert. Damit erreicht Bitburger rund 30 000 Nutzer mehr als Euro-Sponsor Sony. Der Elektronikkonzern wirbt auf Facebook mit Nationalspielern für sein Notebook Vaio.

Andreas Schulte für das Handelsblatt

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