Die Brust der Spieler gewinnt weiter an Wert

Die deutschen Vereine haben mit 130 Millionen Euro eine neue Bestmarke im Trikotsponsoring aufgestellt.

Es ist eine neue Dimension im Trikotsponsoring. Umgerechnet 65 Millionen Euro pro Jahr zahlt US-Autohersteller General Motors dafür, dass die Spieler von Manchester United ab der Saison 2014/15 den Schriftzug der Marke Chevrolet auf der Brust tragen. Damit wird Englands Rekordmeister mit Trikotwerbung halb so viel Geld einnehmen wie die gesamte Bundesliga in der aktuellen Saison. 

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Immerhin: Die deutschen Vereine haben mit 130 Millionen Euro eine neue Bestmarke aufgestellt – es sind zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Spitzenreiter ist der FC Bayern München, der bis zu 23 Millionen Euro pro Jahr von der Deutschen Telekom erhält. Gestern verlängerten die beiden Partner den zum Ende dieser Saison auslaufenden Vertrag bis 2017. Die Münchener sollen ab nächstem Jahr bis zu 30 Millionen Euro kassieren – im Gegenzug erhält die Telekom zusätzliche Werberechte.

Künftig können auch die anderen deutschen Klubs mit m ehr Geld rechnen. „Das Ende der Fahnenstange ist bei der Trikotwerbung noch lange nicht erreicht“, sagt Peter Rohlmann, Inhaber des Beratungsunternehmens PR Marketing in Rheine. Um den Partnern mehr Geld zu entlocken, müssten die Klubs den Unternehmen jedoch mehr bieten als das Recht, den Schriftzug aufs Trikot zu drucken. „Das reicht von Nutzungsrechten an Fotos und Videos für die Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden bis hin zu speziellen Fanartikelserien, die das Logo des Sponsors tragen.“

Wichtig sei zudem, dass sich Bundesligaklubs international besser behaupten. „Es müssen auch mal zwei oder drei deutsche Teilnehmer das Viertelfinale der Champions League erreichen“, sagt Sponsoringexperte Rohlmann. Das schaffe Begehrlichkeiten bei zahlungskräftigen globalen Konzernen.

Manchester liegt dank globaler Fanbasis nicht nur beim Trikotsponsoring vorne. Die Nordengländer vermarkten clever die Spielerbrust doppelt. Auf dem Trainingstrikot kommt der Logistikdienstleister DHL zum Zug – für geschätzte zehn Millionen Euro pro Saison.

Thomas Mersch für das Handelsblatt

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