Abräumen in Europa

Wer wirtschaftlich zu den Topklubs zählen will, braucht die Königsklasse. Selbst das Aus in der Gruppenphase hat sich für den BVB gelohnt.

Für Dortmund war schon das Dabeisein viel wert. In der Gruppenphase der Champions League wurde der deutsche Meister in der Vorsaison Letzter. Finanziell hat sich der Auftritt dennoch gelohnt: 25,4 Millionen Euro überwies die Uefa an die Dortmunder. Weitere Einnahmen brachte der Ticket-Verkauf. Bayer Leverkusen erhielt nur knapp drei Millionen Euro mehr – trotz Achtelfinalteilnahme. Finalist Bayern München kam auf 41,7 Millionen Euro.

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Die Ausschüttung folgt komplexen Regeln: Prämien für Teilnahme und für Spielerfolge werden kombiniert. Hinzu kommt Geld aus dem Marktpool. Mitentscheidend für die Zahlung ist, wie viel die TV-Rechte im jeweiligen Land einbringen. So erhielt Champions-League-Sieger Chelsea aus dem Marktpool 30 Millionen, die Bayern bekamen 14,8 Millionen Euro. Die Londoner strichen insgesamt fast 60 Millionen Euro ein.

Zum Vergleich: Der Sieg in der Europa League brachte Atletico Madrid nur 10,5 Millionen Euro ein – das Gefälle ist steil. Dortmund war trotz des Misserfolgs auf Europas Bühne viel besser gestellt – und konnte auch dank der Uefa-Finanzspritze den Umsatz zuletzt auf über 200 Millionen Euro steigern. So peilt der BVB erstmals die Top Ten der umsatzstärksten Klubs Europas an. Die Bestenliste wird jedes Jahr von der Prüfungs- und Beratungsfirma Deloitte ermittelt. Der Weg nach oben führt in der Regel über die Königsklasse. „Um sich dauerhaft zu etablieren, ist eine regelmäßige Teilnahme fast unerlässlich“, sagt Stefan Ludwig, Leiter der Sportbusiness-Gruppe bei Deloitte.

Thomas Mersch für das Handelsblatt

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