VIP-Leitfaden überzeugt Juraprofessor

Ob beim Hahnenkammrennen, Biathlon-Weltcup oder bei der Vierschanzentournee: Die weißen VIP-Zelte haben auch im Wintersport Konjunktur – damit herrscht auch hier die Unsicherheit, ob Einladungen an Geschäftspartner oder Amtsträger einen Bestechungsverdacht auslösen oder nicht. Die Vereinigung der Großsponsoren S20, die im Juli einen Leitfaden mit Verhaltensrichtlinien veröffentlicht hat, sieht sich jetzt nach einem Auftragsgutachten des […]

Ob beim Hahnenkammrennen, Biathlon-Weltcup oder bei der Vierschanzentournee: Die weißen VIP-Zelte haben auch im Wintersport Konjunktur – damit herrscht auch hier die Unsicherheit, ob Einladungen an Geschäftspartner oder Amtsträger einen Bestechungsverdacht auslösen oder nicht. Die Vereinigung der Großsponsoren S20, die im Juli einen Leitfaden mit Verhaltensrichtlinien veröffentlicht hat, sieht sich jetzt nach einem Auftragsgutachten des Bochumer Rechtsprofessors Gereon Wolters einen Schritt weiter. Der Leitfaden, der unter Mitwirkung des Innen- und Justizministeriums zustande kam, habe „gar normbildenden Wert“, urteilt Wolters.

Quelle: Handelsblatt

Der ehemalige Richter des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigt in seiner Stellungnahme, die für Hospitalityfragen relevanten Bestechungsdelikte im Strafrecht seien „in ganz besonderer Weise unklar“. Entscheider fragten sich, „wo die aus geschäftlichen Interessen gewollte und zulässige Gastfreundschaft endet und Kriminalstrafe droht“. Wolters betont wie die S20 die hohe Bedeutung von Transparenz bei Einladungen: Sie müssten offen auf Firmenbriefpapier und nicht an die Privatanschrift erfolgen. Pflicht sei auch eine ordnungsgemäße firmeninterne Dokumentation.

Dann sei laut Wolters „bereits äußerlich erkennbar gemacht, dass der Hospitality nichts Mauschelndes innewohnt, das geheime Hintergedanken vermuten lassen könnte“. S20-Chef Stephan Althoff sieht sich bestätigt durch die Sicht des Experten: „Dass er unseren konkreten Handlungsempfehlungen und Formulierungsvorschlägen normbildenden Wert beimisst, ist eine wichtige Beurteilung für die zukünftige Anwendung des Leitfadens“, sagt Althoff.

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