AS Rom will mit Disney Auslandsmärkte erobern

Der AS Rom erobert die Welt: Mit US-Kapital im Rücken steuert ein Deutscher die Marketingoffensive. Ein Schulterschluss mit Disney zielt auf junge Fans.

Der AS Rom will mit neuer Eigentümerstruktur zur globalen Sportmarke aufsteigen. Marketingdirektor Christoph Winterling, ein früherer Adidas-Manager, setzt auf Bündnisse mit Topmarken wie VW oder Disney, um dem Ziel näher zu kommen. Amerika und Asien stehen als Zielmärkte für den italienischen Klub fest. Die Mannschaft wird dort regelmäßig in den nächsten fünf Jahren auftreten, um Fans zu binden, sagt Winterling im JP4-Interview.

Seit einem Jahr befindet sich AS Rom mehrheitlich im Besitz eines Konsortiums nordamerikanischer Unternehmer. Momentan liegt AS Rom auf Rang fünf der Serie A.

Gemeinsame Läden mit Disney in Planung

“Wir werden zusammen mit Disney in Asien Läden aufbauen und diese Partnerschaft auch in Asien leben”, sagt Winterling gegenüber JP4. Auch gemeinsam mit dem Entertainment-Riesen produzierte und verbreitete Medieninhalte stehen laut Winterling auf dem Plan. “Wir wollen mit den zahlreichen Kindern, die Disney über seine Marke anzieht, in Kontakt kommen – und hier unsere Fans von morgen aufzubauen.”

In Asien verfüge der Klub bereits heute über 43 Millionen Fans, sagt Winterling. In China zählt der Marketingdirektor 24 Millionen Fans, in Indonesien acht Millionen. Konsistent und glaubwürdig sollte der Auftritt dort sein. Welche Länder zuerst erobert werden sollen, werde derzeit noch klubintern diskutiert, so Winterling.

Einen Schub erhofft sich der dreimalige italienische Titelträger auch vom Neubau eines Stadions. Es solle 2016 fertiggestellt werden, sagte Winterling in Köln beim International Football Summit, einem Kongress der Sponsoringberatung Sport+Markt. Die Anlage solle komplett im Klubbesitz sein. Zu den weiteren globalen Exklusivpartnern zählt neben Disney und VW auch das Modelabel Philipp Plein.

Der AS Rom setzt Ausrüster Kappa vor die Tür

Quelle: Sport+Markt

Aktuell macht der AS Rom von sich reden, weil der Klub seinem Ausrüster Kappa fristlos gekündigt hat. Als Grund gibt der Verein Unzufriedenheit mit der Produktqualität an. Das berichtet das Portal Footballshirtculture. Der Ausrüster, der bis zum 30.6.2017 abgeschlossen hat, kündigte laut Footballshirtculture gerichtliche Schritte an.

Ein Ausrüsterwechsel könnte auch im Interesse der nordamerikanischen Haupteigner des börsennotierten Klubs liegen: Ihnen gehören zum Teil auch die Boston Red Sox und die Boston Celtics. Sollte es zum Wechsel kommen, wäre der US-Hersteller Warrior Sports ein heißer Kandidat. 31 Millionen Euro rief die New-Balance-Tochter auf, um beim FC Liverpool in dieser Saison spektakulär Adidas als Ausrüster abzulösen.

Das galt als ein Brechstangen-Engagement: Die Eigentumsverhältnisse des Klubs halfen womöglich beim Zustandekommen des Ausrüsterwechsels. Der US-Geschäftsmann John Henry, der neben dem Liverpool FC auch den US-Baseball-Club Boston Red Sox in seinem Portfolio hortet, hat bereits bei seiner Baseball-Mannschaft die Mutterfirma New Balance als Ausrüster. Warrior-Geschäftsführer Richard Wright feierte den Einstieg in Liverpool enthusiastisch: „Wir sind hier angetreten, um die Welt des Fußballs aus den Angeln zu heben. Unsere Partnerschaft mit einem der erfolgreichsten Klubs aller Zeiten ist erst der Anfang.” Vielleicht geht die Geschichte demnächst weiter südlich weiter – beim AS Rom.

Experte tippt auf neuen US-Ausrüster

“Auch Nike ist ein Kandidat, der an einem Einstieg bei den Römern interessiert sein könnte”, sagt Experte Peter Rohlmann, Inhaber der Sponsoringberatung PR Marketing in Rheine. “Dass es bei der gegenwärtigen Grundausrichtung des AS Rom ein US-Unternehmen werden wird, halte ich für wahrscheinlich”, sagt Rohlmann. Damit wären Nike, Warrior und Under Armour denkbar, wobei Under Armour für Rohlmann als am wenigsten finanzkräftig nicht in der engsten Wahl ist.

Rohlmann denkt, dass Nike in Italien Aufholbedarf sehen könnte, denn aktuell sind nur Inter Mailand und Juventus Turin unter Vertrag. Fünfzehn der zwanzig Vereine der Serie A laufen in Trikots italienischer Hersteller auf. Kappa hält fünf Deals, Erreà und Macron jeweils drei, Givova zwei und Legea sowie Lotto sind mit einem Verein im Rennen. Der Kappa-Vertrag war für den AS Rom gemessen am italienischen Niveau nicht unattraktiv: “Derzeit bringt er im Jahr rund 6,5 Millionen Euro, doch er hätte sich im Zeitverlauf auf über acht Millionen gesteigert”, sagt Rohlmann.

Stefan Merx für JP4

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