Sparkurs bei den Klubs in Südeuropa

England war auf dem Fußball-Transfermarkt 2012 der spendable Platzhirsch. Spanien und Italien hielten sich nach neuesten Fifa-Zahlen auffällig zurück.

Die deutschen Fußball-Profiklubs zählen auf dem internationalen Transfermarkt zu den aktivsten Vereinen der Welt. 307 Spielerkäufe von ausländischen Vereinen registrierte der Weltverband Fifa 2012 in seinem Transferabgleichsystem TMS. 311 Verkäufe aus Deutschland stehen dem gegenüber. Nur England mit 501 und Brasilien mit 696 Einkäufen haben sich häufiger auf dem internationalen Spielermarkt bedient. Das geht aus den jetzt veröffentlichten TMS-Zahlen hervor.

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Weltweit sank die Transfersumme, die die Klubs einander zahlen, gegenüber 2011 um zehn Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro. Spielervermittler konnten dennoch ihre Erlöse um 25 Millionen auf 124 Millionen Euro steigern. Profis aus Brasilien sind gemessen an der Transferzahl die begehrteste Spielergruppe. Dem Volumen nach aber dominiert Europa das globale Spielerkarussell: 82 Prozent der fest vereinbarten Ablösesummen zirkulieren innerhalb Europas.

Mit Augenmaß agieren Deutschlands Profivereine: Sie gaben an fixen Transfersummen grenzüberschreitend nur knapp mehr aus, als sie einnahmen: Die Differenz betrug 33 Millionen Euro. Als größter Nettozahler trat wie schon 2011 England in Erscheinung – mit der Rekorddifferenz von 238 Millionen Euro.

Quelle: PR

Spanien und Italien liegen bei den grenzüberschreitenden Transfereinnahmen noch vor Deutschland. Beide Länder traten massiv auf die Kostenbremse und nahmen im Vergleich zu 2011 mehr ein als sie ausgaben. „Die Südeuropäer haben ihr Ausgabeverhalten stark nach unten korrigiert“, sagt Stefanie Vogel, Fußballexpertin der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Zürich. „In Spanien reflektiert das nicht nur die Wirtschaftskrise, sondern auch die wachsende Einsicht der Verfolger von FC Barcelona und Real Madrid, dass ein Jagen der beiden Top-Klubs auf Pump nicht mehr realisierbar ist.“

Stefan Merx für Handelsblatt

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