Eintracht Braunschweig bekommt neuen Trikotsponsor

Das VW-Logo soll nicht doppelt in der Bundesliga auftauchen. So macht die Volkswagen Bank auf der Eintracht-Brust Platz. Übernehmen wird wohl eine andere VW-Konzerntochter.

Foto: Eintracht Braunschweig

Der Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig wird in der kommenden Saison nicht mehr mit dem VW-Logo auf der Brust auflaufen. Nach JP4-Informationen ist ein Wechsel zu einer anderen Marke des Volkswagen-Konzerns die wahrscheinliche Lösung. „Bis zum Aufstieg war die Volkswagen Bank auf dem Trikot. Das wird sich jetzt ändern“, sagt Nicolai Laude, Leiter der Volkswagen-Sportkommunikation. „Wir streben nicht an, bei zwei Vereinen mit dem gleichen Trikotsponsor oder Markenlogo aus unserem Konzern in der Bundesliga vertreten zu sein. Ein Match Volkswagen gegen Volkswagen wird es daher auf keinen Fall geben. Wir können ausschließen, dass in der kommenden Saison die Marke Volkswagen oder die Volkswagen Bank auf der Brust von Eintracht Braunschweig werben wird.“

Drei Jahre lang war die Volkswagen Bank Hauptsponsor. Da die nüchterne Wortmarke nicht einprägsam rüberkam, hatte man das bekannte VW-Markenlogo hinzugefügt. Mit dem Aufstieg bekommt Volkswagen ein Luxusproblem: Da VW schon auf der Spielerbrust beim benachbarten VfL Wolfsburg – einer 100-prozentigen VW-Tochter – gesetzt ist, kommt es zur Umstellung.

Einen wirtschaftlichen Schaden werde die Eintracht nicht erleiden, lässt Laude  durchblicken: „Es ist nicht so, dass Braunschweig hinten runter fällt, weil sie aufgestiegen sind. Im Gegenteil, das Unternehmen und die Marke Volkswagen freuen sich sehr über diesen großen Erfolg.“ An der Spitze der VW-Chef: „Es freut mich besonders für die vielen Volkswagen-Mitarbeiter, die ein blau-gelbes Herz haben“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn den Aufstieg von Eintracht Braunschweig.

Eine VW-Konzernmarke wird voraussichtlich die Eintracht-Brust entern

Dass der neue Hauptsponsor aus dem VW-Konzern kommt, ist nicht unwahrscheinlich. Denkbar ist zudem, dass VW auch auf anderer Sponsorenebene weniger prominent der Eintracht treu bleibt – und so insgesamt die Zahlungen aus dem VW-Konzern an den Klub steigen. Nach Informationen des Fachmagazins „Sponsors“ beträgt das Engagement des VW-Konzerns bislang angeblich rund eine halbe Million Euro pro Saison. Für ein Trikotsponsoring eines Erstligisten wäre die vierfache Summe angemessen. Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver-Voigt sagte im „Sponsors“-Interview, man werde den Spielbetriebsetat „mehr als verdoppeln“. In der zweiten Liga betrug dieser 7,5 Millionen Euro. „Der Volkswagenkonzern wird auch in der kommenden Saison unser wichtigster Partner sein“, lässt Voigt wissen.

Es ist nicht so, dass Braunschweig hinten runter fällt, weil sie aufgestiegen sind.
– Nicolai Laude, Leiter Sportkommunikation Volkswagen

Auch die Aussagen von Nicolai Laude im JP4-Gespräch lassen genau diesen Schluss zu: „Wir streben aufgrund der engen Verbundenheit mit Eintracht Braunschweig weiterhin eine Partnerschaft an und versuchen, Teil eines wettbewerbsfähigen Sponsorenmodells zu werden“, sagt Laude. „Komplett zurückziehen werden wir uns nicht.“

Ob Braunschweig bald Bentley trägt? Zehn Fahrzeugmarken des VW-Konzerns kommen jetzt theoretisch für die Brust in Frage – von MAN über Audi bis zur Edelmotorradschmiede Ducati. Dass es aber wohl eher nicht auf Porsche oder Lamborghini hinausläuft, dürfte klar sein, denn das Sponsoring muss auch passen zum Traditionsverein an der Hamburger Straße, der das Trikotsponsoring mit Jägermeister in den 70er-Jahren erst hoffähig machte. Seat und Skoda sind in der Fußball-Bundesliga noch nicht vertreten – und könnten in Bezug auf das Image passen. „Da Spekulationen keine Grenzen gesetzt sind, kann und möchte ich es nicht weiter kommentieren“, sagt Nicolai Laude.

Keine Lust auf ein Kräftemessen der Marken

In Niedersachsen kommen sich die VW-Partnervereine Wolfsburg, Hannover und Braunschweig bald sehr nahe: „Das gab es noch nie: Im Umkreis von 60 Kilometern spielen künftig drei Erstligisten, die maßgeblich von einem Unternehmen unterstützt werden“, sagt Laude. Die VW-Sponsorings bei diesen Klubs dienen vor allem der Standortbindung: In Hannover steht das Werk für Nutzfahrzeuge, in Braunschweig ein großes Komponentenwerk, im Wolfsburger Stammwerk arbeiten rund 60.000 Leute.

Es soll kein Geschmäckle geben. „Ein Spiel, in dem sichtbar verschiedene Konzernmarken gegeneinander antreten beziehungsweise eine Konzernmarke die andere besiegt, wird es nicht geben“, sagt Laude. Schon als Ingolstadt gegen Braunschweig in der zweiten Liga spielte, wollte der Konzern das Sponsorenduell Audi gegen VW optischen entschärfen. Jeweils eine Mannschaft stellte daher bei diesen Begegnungen die Trikotwerbefläche einem karitativen Zweck zur Verfügung.

Stefan Merx für JP4

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