Thomas Röttgermann: „Wir planen eine eigene Ticketbörse“

Die Wege des VfL Wolfsburg und Viagogo trennen sich. VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann erläutert, warum sein Klub lieber eine eigene Ticketbörse für Fans aufbaut.

Quelle: VfL Wolfsburg

Herr Röttgermann, der VfL Wolfsburg wurde von Viagogo im Herbst 2012 in einer Auflistung explizit als Partner genannt. Wie lief die Zusammenarbeit?

Es wurde während der vergangenen Saison nur in unserem Stadion Bandenwerbung gebucht. Allein darauf bezog sich die Zusammenarbeit. Viagogo hat keine Kartenkontingente von uns bekommen und ist auch nicht unsere Wiederverkaufsplattform für Tickets.

Es klingt, als wäre der Begriff Partnerschaft hier von Viagogo etwas gedehnt worden.

Unternehmen, die Bandenwerbung bei uns buchen, sind unsere Sponsoren. Und damit sind sie auch unsere Partner.

Wie sieht die Zukunft der Partnerschaft aus?

Sie läuft zur kommenden Saison planmäßig aus. Eine Verlängerung wäre für Viagogo nur infrage gekommen, wenn wir auch Kartenkontingente zur Verfügung gestellt hätten. Das aber wollten wir nicht. Wir arbeiten an einer eigenen Tauschbörse, die wir in Eigenregie betreiben werden. Möglicherweise werden sich auch andere Vereine beteiligen.

Viagogo hat mit Klubs vereinbart, dass bis zu 100 Prozent auf den Kartenpreis aufgeschlagen werden dürfen. Zudem werden Provisionen in Höhe von zusammen 25 Prozent vom Käufer und Verkäufer verlangt. Wie sehen Ihre Spielregeln aus?

Die primäre Zielgruppe sind unsere Dauerkartenbesitzer. Sie können ihre Karte hier zum Nennwert ohne Aufschläge anbieten, wenn sie an einem Spieltag verhindert sind. Das Ganze soll ohne einen Dritten geschehen, der als Makler Provisionen verlangt. Wir werden höchstens eine geringfügige Bearbeitungsgebühr erheben, um unsere Kosten zu decken. Diese wird aber deutlich geringer ausfallen als das, was bei Online-Tauschbörsen verlangt wird.

Schon jetzt werden auf Viagogo über 50 Tickets für das Heimspiel Ihrer Mannschaft gegen Bayern München angeboten, das am zweiten März-Wochenende 2014 stattfindet. Wo kommen die her?

Wie gesagt: Von uns erhält Viagogo kein Kontingent. Es könnten Dauerkarteninhaber sein, die wissen, dass sie nicht zum Spiel gehen können.

Das wäre aber sehr weitsichtig. Könnte es sein, dass es die Karten noch gar nicht gibt?

Das kann ich nicht beurteilen.

Schalke 04 ist gerade nach wenigen Tagen aus dem Vertrag mit Viagogo ausgestiegen. Zuvor machte schon der HSV einen Rückzieher. Wie bewerten Sie das?

Es wurde offenbar unterschätzt, dass Fans sensibel sind hinsichtlich der Frage, ob ihr Klub einen kommerziellen Weiterverkauf der Tickets mit zum Teil beträchtlichen Preisaufschlägen unterstützt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Thomas Mersch für JP4

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