Franz-Josef Wernze, der Kölner Machbarkeitsmann

Als Steuerberater hat er Millionen verdient, als Fan Millionen investiert. Franz-Josef Wernze über seine Motive – und die spezielle Beziehung zum 1. FC Köln.

Foto: mx

Herr Wernze, was bedeutet Ihnen der Fußball?

Sehr viel. Im Fußballgeschehen findet man viele Hinweise für das berufliche und persönliche Leben. Da spiegeln sich auch die menschlichen Zwiste wider. Fußball ist in Europa die dominierende Macht. Mit fünf oder sechs Jahren habe ich begonnen zu spielen. Ich bin immer dabeigeblieben.

Sie lernen vom Fußball? Oder können Sie den Akteuren im Profifußball auch Hinweise geben?

Ich habe mich nie als Lehrer gefühlt, sondern immer nur als lernender, beobachtender, kommentierender Mensch.

Was sind die Lehren, die Sie in Ihrer Zeit beim 1. FC Köln gezogen haben?

Das ist ein spezielles Thema. Ich habe mich dem 1. FC Köln intensiver zugewandt, als Wolfgang Overath, Jürgen Glowacz und Friedrich Neukirch [das Präsidium bis 2011] sich an mich gewandt haben, um ihnen bei der Rückholaktion von Lukas Podolski zu helfen. Ich kannte Overath und Glowacz ein halbes Leben lang und bin mit ihnen intensiv befreundet. Mir war klar, dass ich dieser Bitte einfach nicht widerstehen könnte, dort mal einzuspringen.

Mann des Geldes

Franz-Josef Wernze ist einer der erfolgreichsten Steuerberater der Republik. Als Vorstandsvorsitzender führt der Ex-Finanzbeamte die von ihm gegründete ETL AG (European Tax and Law) in Essen. Durch Zukäufe ist die Steuerberatungsgruppe auf über 700 Kanzleien mit 6500 Mitarbeitern gewachsen – und liegt mit rund 500 Millionen Euro Umsatz hinter PwC, KPMG, EY und Deloitte auf Rang fünf der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland. Der 65-jährige Wernze ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt in Köln.

Mann des Fußballs

Auf Wernzes Auto kleben Aufkleber von drei Fußballklubs: 1. FC Köln, Viktoria Köln und Germania Windeck. Den Provinzverein, bei dem er einst selber kickte, führte Wernze als Großsponsor mit fünf Aufstiegen bis in die fünfte Liga. Das „manager magazin“ erinnerte der von Wernze befeuerte Windecker Durchmarsch an „so etwas wie die lokale Ausgabe von Softwaremilliardär Dietmar Hopp und 1899 Hoffenheim“. Im Jahr 2009 beteiligte sich Wernze am Transfer von Lukas Podolski vom FC Bayern München zum 1. FC Köln. Auch an den Spielern Pedro Geromel und Slawomir Peszko erwarb Wernze Transferbeteiligungen, er gehörte bis 2012 dem FC-Verwaltungsrat an. Derzeit fördert Wernze als Sponsor vor allem den Viertligisten Viktoria Köln. Der Klub gilt mit seinem erfahrenen Trainer Claus-Dieter Wollitz als Aufstiegsaspirant.

Haben Sie als Fan gehandelt? Oder waren Sie auf Dank aus?

Das Motiv war nicht das Streben nach Dankbarkeit. Es war eine Herzensangelegenheit. Wie kann ich dem Klub helfen, eine solche Ablösesumme von zehn Millionen mitzustemmen? Ich habe auf die Faszination gestarrt, ein einmaliges Idol zurück nach Köln zu holen. Ich habe ja nur einen Beitrag von einer Million geleistet.

Beim Weiterverkauf Podolskis zu Arsenal London haben Sie ein Plus von 300.000 Euro gemacht.

Ja, es waren im Ergebnis pro Jahr 100.000 Euro Verzinsung, also zehn Prozent meines eingesetzten Kapitals. Im Geschäftsbereich ist eine solche Verzinsung für Risikokapital durchaus am unteren Band anzusehen. Ich habe dem FC nochmals geholfen bei der Weiterverpflichtung von Pedro Geromel – und bekomme da eine maximale Verzinsung von 2,5 Prozent. Also das liegt im Sparbuchbereich. Mich haben nicht wirtschaftliche Gründe geleitet, sondern ich wollte helfen. In der Presse ist hingegen der kapitalgierige Investor transportiert worden.

Foto: mx

Schon das Wort Investor mögen Sie nicht, oder?

In dem Zusammenhang passt es einfach nicht. Im geschäftlichen Zusammenhang würde ich von meinem Aufsichtsrat der ETL-Gruppe sofort gestoppt werden, wenn ich solche Risikoinvestitionen einginge und solche Zinssätze akzeptieren würde.

Trifft es das Wort Gönner denn besser?

Weder Investor passt, noch Gönner. Ein Gönner ist jemand, der auf Verzinsung oder gar Rückzahlung verzichtet. Ich habe das nie gemacht. Ich habe mich dem FC als Machbarkeitsmann zur Verfügung gestellt. Mit einigen anderen habe ich dafür gesorgt, dass der FC diese zehn Millionen in zwei Fußballerbeine investieren konnte, weil der Klub nicht über die Investitionsmittel verfügt hat.

Es gibt eine Parallele zum HSV: Dort unterstützt der Unternehmer Klaus-Michael Kühne seinen Verein mit Transfermillionen – und stellt weiteres Kapital in Aussicht, wenn sich die Profiabteilung neu strukturiert. Was ist Ihre Meinung dazu?

Ich kann die Hamburger Situation von hier aus nicht beurteilen. Was ich glaube: Herr Kühne hat ein Herz für den HSV. Das testieren ihm auch Leute, die ihn persönlich kennen. Was ich nicht so optimal finde: Dass er versucht, auf Personen Einfluss zu nehmen. Das steht einem Investor nicht zu, zumal wenn er sich Hunderte Kilometer entfernt in der Schweiz befindet.

Wenn ein Tor geschossen wird, ist dem Fan doch völlig egal, ob der Klub dem Abramowitsch oder wem auch immer gehört. – Franz-Josef Wernze

Kühne geht es um die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft. Ein Muss auch aus Ihrer Sicht?

Die großen Klubs im internationalen Fußball leben davon, dass sie als Kapitalgesellschaften geführt werden. Und dass es Menschen gibt, die viel Geld in einen Verein reinstecken. Wenn Sie die Scheichs und Oligarchen sehen, dann müssen Sie auch als Fan sagen: Der bringt meinen Verein nach vorne. Wenn ein Tor geschossen wird, ist dem Fan doch völlig egal, ob der Klub dem Abramowitsch oder wem auch immer gehört.

Jubel, Trubel, Heiterkeit ist ja nicht der Beleg, dass alles ok ist.

Nein, aber hören Sie Kritik aus dem Mutterland des Fußballs über die Kapitalstrukturen?

Im Fall des US-Geschäftsmanns Malcolm Glazer schon. Der hat ja Manchester United aufgekauft, indem er dem Klub seine dafür anfallenden Darlehen aufgebürdet hat.

Glazer hat das Heuschreckenmodell gewählt und dem Klub die Schulden aufgeladen. Das ist sicherlich nicht die richtige Art. Aber nehmen Sie Real Madrid. Ohne die Kapitalstrukturen wäre dieser Verein gar nicht existent. Sondern er würde am Rande des Ruins hängen wie die anderen spanischen Klubs.

Wie schätzen Sie die Bundesliga als Betätigungsfeld für Investoren ein?

Der reine Amateurgedanke weicht, siehe Borussia Dortmund als Aktiengesellschaft. Oder Bayern München, die trotz einer Riesenhypothek infolge des Stadionbaus nicht in die Knie gegangen sind. Verhindert wurde das durch das kluge Einbeziehen von Adidas und Audi als Anteilseigner und durch die Telekom als Hauptsponsor.

Foto: mx

Ein Vorbild?

Ich träume manchmal davon, dass in Köln bei unserem FC einmal Ford, Rhein-Energie und Axa kämen und 100 Millionen in den Klub stecken würden. Ich möchte sehen, wie dann unsere Fans jubeln würden, wenn wir Messi und Özil kaufen würden. Stattdessen jubeln wir jetzt, wenn wir klein sind. Wir sind ein e.V. – herrlich.

Ist denn die 50+1-Regel, die unter Fans ein Reizthema ist und vielen sehr am Herzen liegt, zu halten? Danach soll die bestimmende Einflussnahme der Investoren ja ausgeschlossen werden.

Ich glaube, dass sie auf Dauer nicht zu halten ist. Kein Kapitalgeber lässt sich vorführen von einer e.V.-Veranstaltung. Ich bin ja nur mit Minibeträgen dabei – und schon dabei schlägt einem fast Hass entgegen. Ich habe noch nie erlebt, dass beim FC Bayern ein Zuschauer ein Schild hochgehalten hat: „Bringt Telekom um!“ oder „Audi raus!“ oder „Adidas weg!“. Kann ich mir nicht vorstellen. Das ist eine andere Stimmung.  Aber das Ergebnis ist: Bayern München ist top, und wir sind zweite Liga top.

Und jedes Mal spielten auch bilanztechnische Gründe eine Rolle. – Franz-Josef Wernze

Sie haben in Köln an Transferbeteiligungen offenbar Gefallen gefunden: Nach dem Geromel-Kauf kam auch noch der polnische Nationalspieler Slawomir Peszko.

Es waren immer Situationen, wo der FC mich um Hilfe gefragt hat. Und jedes Mal spielten auch bilanztechnische Gründe eine Rolle. Es war durch diese Unterstützung einfacher, die Lizenzierungsanforderungen der DFL zu erfüllen.

Wenn wir Sie richtig verstehen, waren Sie eher auf eine emotionale Rendite aus. Ist das denn aufgegangen?

Viele haben es gewürdigt. Andere wurden von verschiedenen Stellen in die falsche Richtung gelenkt. Dazu gab es auch die entsprechende Plakatierung im Stadion, die ich als sehr unschön empfunden habe, weil sie nicht der Wahrheit entsprach. Der Verein, sprich die damalige Geschäftsführung, hat nichts dagegen unternommen.

In Köln finden sich an vielen Straßenlaternen Aufkleber der Fortuna-Köln-Anhänger. Darauf steht: „Wernze freie Zone“. Knibbeln Sie die auch mal ab, wenn Sie sie sehen?

Überhaupt nicht. Finde ich gut. Ein Freund von mir hat sie neulich fotografiert und mir geschickt. Das sehe ich entspannt.

Wo ist denn die Grenze überschritten? Die Plakate im FC-Stadion lassen Sie – verständlicherweise – nicht kalt.

Ich fand es erstaunlich, dass es der FC mit Hintermännern organisiert hat. Diese Plakate sind in einer Halle geschrieben worden, die einem meiner Kollegen im Beirat gehört. Wenn in meinem Haus so etwas passiert, bin ich dafür verantwortlich. Auch die Plakate gegen Overath sind dort entstanden. Da fällt mir nichts zu ein. Das sind Dinge, die sind lanciert worden.

Wie meinen Sie das?

Die Geschäftsführung hat nicht selbst gemalt, aber sie verantwortete das im Sinne einer Mittäterschaft. Das war schon für mich sehr unerfreulich, dass eine Geschäftsführung, der ich ja drei Mal geholfen habe, ihren Posten zu stabilisieren, so etwas zulässt.

Quelle: mx

Sie fühlten sich dem Fanzorn ausgeliefert?

Die Geschäftsführung ist nicht mehr im Amt, ihr Vertrag ist nicht verlängert worden. Sie muss sich selbst verantworten gegenüber dem Verein. Es ist abgewickelt und vergessen.

Abgewickelt bis auf den Geromel-Transfer. Der Abwehrspieler könnte ja noch einmal 2016 beim FC auftauchen, oder?

Über sein sportliches Schicksal weiß ich nichts. Es ist so: Ich habe mein außerordentliches Kündigungsrecht wahrgenommen und gebe meine Beteiligung an Geromel zum 30.6.14 zurück. Das habe ich bereits schriftlich erklärt. Dann wird diese letzte Bindung im finanziellen Bereich abgeschlossen sein.

Müssen Sie Abstriche machen?

Ich komme selbstverständlich ungeschoren raus. Aber ich erwirtschafte nur eine Verzinsung von 2,5 Prozent.

Kürzlich wurden Sie mit einem recht entspannt wirkenden Statement zitiert, Geromel sei verschollen, man wisse nicht, wo er sei. Würden Sie auch als Anleger mit ähnlicher Gelassenheit ein bis zwei Goldbarren vermissen?

Ich habe versucht, ihn zu erreichen, es ist mir nicht gelungen. Aber ich habe andererseits eine vertragliche Vereinbarung mit dem 1. FC Köln, es ist nicht so sehr mein Problem, wo Herr Geromel jetzt ist. Aber wie ich gehört habe, spielt er in der zweiten spanischen Liga.

Noch im April 2012 waren Sie in einem Trio bereit, die Vereinsführung beim 1. FC Köln zu übernehmen. Doch in den Vorstand gewählt wurden drei andere Kandidaten – rund um den früheren Bayer-Vorstand Werner Spinner. Aus heutiger Sicht: Wären Sie gerne im Amt?

Ich glaube nicht. Es ist gut so gelaufen.

Aktuell gehören Sie dem Mitgliederrat des 1. FC Köln an, der am 18. November neu gewählt wird. Werden Sie sich zu Wahl stellen?

Nein. Ich sehe in meiner Mitarbeit im Moment keinen Vorteil für den Klub – und auch nicht für mich. In dem Gremium gibt es keine gestaltende Möglichkeit. Und zum Abnicken habe ich wenig Zeit.

Wie beurteilen Sie die neue Satzung?

Die Macht ist ganz klar verteilt, doch das ist verkleistert. Unser Präsident ist ein geschickter Mann. Solange es gut geht, prima. Aber wenn Opposition kommt, bin ich mal gespannt, wie windtauglich das Ganze ist. Schauen Sie sich die Satzung beim HSV mal an, hören Sie die Kommentare. Wir haben in Köln eine ähnliche Satzung neu gemacht. Und alle sind begeistert. Es herrschte kölsche Stimmung, nachdem sie fast einstimmig beschlossen wurde. Da muss sie ja wohl richtig sein.

Wie würden Sie Ihr aktuelles Verhältnis zum 1. FC Köln beschreiben?

Ich bin Fan, regelmäßiger Besucher des Stadions, habe entsprechende Dauerkarten.

Ich halte diese Methoden nach wie vor für gewagt, um es mal so zu formulieren. – Franz-Josef Wernze

Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation des 1. FC Köln? Unter anderem wurden Löcher gestopft mit einer Verlängerung mit dem Vermarkter IMG…

Die wurde vorher als Teufelszeug abgelehnt, es wurde sogar ein Prozess vor dem Landgericht Köln zwecks vorzeitiger Auflösung des IMG-Vertrages geführt. Das hatten dann alle wieder vergessen. Das war eine Notmaßnahme, um die Abstiegssaison 2011/12 wirtschaftlich zu überstehen. Das Loch war da 9,5 Millionen Euro groß. Es wurde mit IMG verlängert bis zur Saison 2016/17. Wir haben die Zukunft vorfinanziert. In einer ordnungsgemäßen Bilanz, so wie ich sie kenne, muss man diese Erlöse in eine Rechnungsabgrenzung nehmen. Denn sie sind ja nicht Erlöse des laufenden Jahres, sondern Erlöse für die Zukunft. Man hat es stattdessen umschrieben mit dem Wort Signing-Gebühr. Also hat man für die Unterschrift das Geld bekommen. Ich halte diese Methoden nach wie vor für gewagt, um es mal so zu formulieren.

Der 1. FC Köln hat Sie ja in diesem Jahr noch zu Pfingsten gefragt, ob Sie das klubeigene Geißbockheim kaufen wollen, richtig?

Es gab dieses Gespräch, welche Maßnahmen noch möglich sind. Sie sehen alleine in diesem Ansinnen, das Vereinsheim zu verkaufen und zurückzupachten, die Bilanznot, die der 1. FC Köln leider hat. Wenn man sich Geld aus der Zukunft nach vorne holt, ist das immer eine Hypothek für die weitere Zeit. Dann fehlen die Einnahmen.

Was bleibt, ist nur die Hoffnung der Kölner auf einen Aufstieg? In der ersten Liga steigen immerhin die Einnahmen vor allem durch das plötzlich viel höhere TV-Geld…

… und, nicht zu vergessen, durch den Aufstieg steigt der Wert eines Kaders automatisch. Unser hochtalentierter Keeper Horn würde aus meiner Sicht, wenn wir in der ersten Liga spielen, auf der Stufe von Bernd Leno, Marc-André ter Stegen und Ron Robert Zieler gehandelt. Jetzt ist er nur der Zweitliga-Keeper. Das macht eine Menge aus.

So argumentiert auch Schalkes Geschäftsführer Peter Peters, wenn er Schalkes Schulden rechtfertigt: Wir haben erhebliche stille Reserven durch den Kader. Klingt das nicht unseriös?

Dann müssen Sie meine Firma auch unseriös nennen. Wir bewerten die Kundenbeziehungen zu 130.000  Klienten in unseren über 700 Büros, und die Banken ebenfalls. Auch ein Spieler ist ein solches immaterielles Wirtschaftsgut. Und wer seine Spieler auf der internationalen Bühne zeigt, wie Bayern München und Borussia Dortmund, gewinnt enorm an Marktwert. Es gibt 200 Länder mit Fußballinteresse, auch China zahlt inzwischen fantastische Ablösesummen.

Erste Spieler kosten beim Vereinswechsel 100 Millionen Euro. Sind die erwähnten immaterielle Werte nicht inzwischen auch irrationale Werte?

Wert ist immer das, was ein anderer bereit ist zu zahlen. Nehmen Sie die Blaue Mauritius. Im Fußball genauso: Ein Mesut Özil ist 50 Millionen wert? Jawohl, Arsenal hat es bezahlt.

Foto: ETL

Nun sind Sie auch als Großsponsor engagiert bei Viktoria Köln, einem ambitionierten Viertligisten. Dort nennt man Sie kurz nur „der Boss“. Was bedeutet das?

Eine offizielle Funktion bei Viktoria habe ich nicht. Den Namen habe ich schon von Germania Windeck mitgebracht, meinem früheren Lieblingsklub. 19 Jahre habe ich diesen kleinen Dorfklub mit geführt und gesponsert. Sportlich haben wir es geschafft, bis in die Regionalliga vorzustoßen. Leider haben wir dann verzichten müssen, weil wir nicht die Stadionvoraussetzungen für die Zulassung erfüllten.

Man hört, Sie wollen Viktoria Köln in die zweite Bundesliga führen. Bis wann soll das geschehen?

Viktoria Köln ist nicht ein Klub von mir allein, sondern von vielen Freunden und Helfern. Wir haben uns fest vorgenommen, in die dritte Liga aufzusteigen. Ob dann mal die zweite Liga machbar ist, werden die weiteren Schritte zeigen.

Ich bereue keinen einzigen Cent. – Franz-Josef Wernze

Die dritte Liga sei wirtschaftlicher Selbstmord, sagt Hannover-96-Präsident Martin Kind. Warum streben Sie dort hin?

Weil Sie von der vierten Liga in die dritte kommen, wenn Sie woanders hinwollen. Herr Kind hat natürlich recht: Die dritte Liga ist kein Honiglecken. Einige Vereine zeigen aber, dass es funktioniert. Und zum anderen ist es das Sprungbrett in die zweite Liga.

Verraten Sie, wie viel Sie in Windeck und bei Viktoria investiert haben?

Man sollte die Gelder, die man für Hobbies ausgibt, niemals addieren. Ich bereue keinen einzigen Cent. Die vielen schönen Stunden, die Bekannten – das ganze Leben mit Fußball ist Ausgleich genug für die Mühen und das Kapital, das man einsetzt. Unter uns: Man kann uns alle als leicht Wahnsinnige bezeichnen.

Wie heißt Ihr Lieblingsklub?

Mein Lieblingsklub ist der 1. FC Köln.

Immer noch?

Nach wie vor, wird es auch bleiben. Weil der FC eine wechselvolle Geschichte hatte, von Aufstiegen, Meisterschaften und alten Zeiten träumt. Deswegen ist der 1. FC Köln unverrückbar die Nummer eins in Köln. Und auch in meinem Herzen.

Herr Wernze, haben Sie vielen Dank für das Interview!

Thomas Mersch und Stefan Merx für das Wall Street Journal Deutschland

Kommentare (1)

Kommentar hinterlassen


− 8 = eins

© 2012 Pressebüro JP4

Nach oben scrollen