Boris Becker kehrt auf den Tennisplatz zurück

Der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker wird Chefcoach von Novak Djokovic. Das ist eine neue Rolle für die hauptberufliche Tennislegende – die ihm neue Sympathien einbringen könnte.

Quelle: Manuel Heckel

Seine Homepage darf Boris Becker demnächst aktualisieren: Noch präsentiert er sich als „Hall-of-Fame-Mitglied, Buchautor, Tennislegende“. Jetzt kommt eine neue Becker-Rolle hinzu: Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic, Zweiter der Weltrangliste, vermeldet, dass ihn der 46-jährige Deutsche von der kommenden Saison an als Cheftrainer unterstützt. Gegenüber dem Handelsblatt bestätigt das Büro von Boris Becker die Meldung.

„Ich bin stolz, dass mich Novak eingeladen hat, sein Cheftrainer zu werden“, sagt Becker. „Ich bin sicher, dass wir zusammen große Dinge erreichen können.“

Ex-Profi Rainer Schüttler findet Djokovics Wahl schlüssig: „Große Matches werden immer im Kopf entschieden. In dieser Hinsicht war Becker unübertroffen.“ Karl-Georg Altenburg, Präsident des Deutschen Tennis Bundes, zollt Respekt: „Es zeigt ganz offensichtlich, dass Becker als Tennisexperte durchaus von Bedeutung ist.“

Millionen auf und neben dem Platz

Auf dem Tennisplatz feierte Becker seine größten Erfolge. 25 Millionen US-Dollar Preisgeld gewann er in seiner aktiven Zeit. Die drei Wimbledon-Siege aus den 1980er-Jahren begründeten seinen Status als Werbefigur – etwa für den Onlineanbieter „Pokerstars“, Mercedes-Benz oder den Brillenhersteller Rodenstock. Beteiligungen im Private-Equity-Bereich steuert er über das Becker Private Office in London.

Als Chefcoach kann Becker jetzt Stoff für neue Kapitel seiner Autobiografie sammeln. Der zweite Band erschien im Herbst und wurde kontrovers diskutiert. Und er kann an seinem Ruf arbeiten, der seit dem Rückzug vom Court arg gelitten hat, etwa mit albernen Selbstbezeugungen im Internet. Nach einer Erhebung der Beratung Repucom ist Becker noch der bekannteste deutsche Sportstar – er hat aber die geringsten Sympathiewerte der Top Ten dieser Liste.

Manuel Heckel für das Handelsblatt

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