Andreas Rettig: „Neue Regeln und eine zentrale Ticketbörse“

Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) erläutert die neuen Pläne der Bundesliga, um Profiteure auf dem Kartenmarkt zu stoppen.

Foto: DFL / Frank Rumpenhorst/dpa

Andreas Rettig ist Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Herr Rettig, im Internet floriert der Handel mit Fußballtickets. Ist der Schwarzmarkt für die Bundesliga ein Problem?
Ja, da Tickets dem regulären Markt entzogen und zu überhöhten Preisen verkauft werden. Die Liga braucht faire Preise für Fans.

Was kann die DFL dagegen tun?
Wir haben eine Umfrage unter den 36 Profiklubs gestartet. Die Mehrheit sieht die Notwendigkeit, über eine zentrale Zweitmarktlösung nachzudenken. Der Ligavorstand hat eine Projektgruppe mit hochrangigen Vertretern von Klubs und DFL auf den Weg gebracht, die das Thema im Januar in Angriff nimmt. Nach aktueller Planung sollen bis Sommer gemeinsame Regeln für den Weiterverkauf von Tickets entwickelt werden, über die dann der Ligavorstand entscheiden kann.

Schon heute diskutieren Klubs das Thema kontrovers. Manche kooperieren mit Viagogo und verdienen selber an verteuerten Verkäufen auf dem Zweitmarkt mit.
Fairness sollte vor Gewinnmaximierung stehen. Es wird sicher kein einfaches Unterfangen und kein Klub wird gezwungen. Wir könnten auch starten, wenn nicht jeder mitmacht. Doch wenn neue Regeln vereinbart sind und eine zentrale Ticketbörse auf Akzeptanz stoßen würde, wäre ein Anfang gemacht.

Fairness sollte vor Gewinnmaximierung stehen.
– Andreas Rettig

Fairer Preis – bedeutet das bei einem Weiterverkauf: nicht über dem aufgedruckten Nennwert?
Anders kann ich es mir nicht vorstellen.

Sie setzen auf sozialen Druck, wenn ein Verein mit einer umstrittenen Ticketbörse gemeinsame Sache macht?
Es geht am Ende um eine Verbesserung des Services, um Sicherheit und die Wahrung von Faninteressen. Wenn es eine überzeugende zentrale Ticketbörse gäbe, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Schwarzmarktes.

Sehen Sie die DFL als Betreiber einer neuen Plattform?
Nein, nicht im technischen Sinn. Auch Klubs, die bereits eigene Tauschbörsen haben, sollen diese integrieren können. Aber diese Börsen sollten dann nach den Regeln arbeiten, zu denen sich die Bundesligaklubs bekennen.

Haben Sie vielen Dank für das Interview!

Stefan Merx für das Handelsblatt

Kommentar hinterlassen


+ 3 = acht

© 2012 Pressebüro JP4

Nach oben scrollen