Joseph Gross: „Das Jugendleistungszentrum wird Allianz im Namen tragen“

Allianz-Marketingchef Joe Gross erklärt im Interview die neue Investorenrolle beim FC Bayern. Auch weitere Namensrechte sind im Deal enthalten.

Foto: Allianz

Joseph K. Gross ist Leiter Group Market Management der Allianz SE

Herr Gross, mussten Sie beim FC Bayern als Investor einsteigen, um die langfristige Marketingstrategie abzusichern?

Als Anteilseigner erwächst eine tiefere und längerfristige Partnerschaft. Die Beteiligung am FC Bayern München ist ein Investment in unsere Marke, denn es ist eben beides: ein Investment und eine Weiterentwicklung unserer Sponsoring-Partnerschaft.

Welche Renditeerwartung verknüpft die Allianz mit dem Anteilskauf?

Entsprechend messen wir das Investment an der Entwicklung der Marke und der geschäftsunterstützenden Wirkung. Der FC Bayern München ist bei weitem Deutschlands erfolgreichster Fußballklub und hat weltweit über 150 Millionen Fans. Seit 2005 haben 23 Millionen Menschen die Allianz Arena besucht: Aus Marketingsicht ist unsere Partnerschaft ein voller Erfolg und den wollen wir für die Zukunft absichern.

Würden Sie es begrüßen, wenn weitere Unternehmen Ihrem Beispiel folgten und Anteilseigner beim FC Bayern werden würden? 25 Prozent der Anteile sind vergeben, die FCB-Satzung lässt ja 30 Prozent zu.

Jedes Unternehmen muss prüfen, welches Investment und welcher Klub zur eigenen Marke und zur eigenen Strategie passen. Beim FC Bayern ist der Einstieg weiterer Partner durch die Satzung begrenzt.

Inwieweit passt der FC Bayern zur Internationalisierungsstrategie der Allianz? Was versprechen Sie sich zum Beispiel vom Zug des Klubs in den USA?

Für Allianz und FC Bayern München sind Asien und USA zwei wichtige Wachstumsmärkte, deshalb können wir hier gut zusammen arbeiten. Beispielsweise hatte das Guangzhou-Spiel bei der Fifa Club WM im Dezember 2013 130 Millionen Zuschauer in China. Auch die USA sind ein Markt, der im Bereich Fußball jede Menge Wachstumspotenzial hat.

Wären Sie auch einverstanden, wenn der FC Bayern mit Ihren 110 Millionen Cristiano Ronaldo kaufen würde, anstatt in Steine und die Jugendarbeit zu investieren?

Wir sind sehr zufrieden mit der Absicht des FC Bayern, das Investment zur Entschuldung der Allianz Arena und dem Aufbau des Jugendleistungszentrums zu nutzen.

Werden Sie das geplante Jugendleistungszentrum branden?

Ja, das Jugendleistungszentrum wird Allianz im Namen tragen. Damit knüpfen wir an die bisherige gemeinsame Jugendarbeit an: Jeden Sommer richten wir das „Allianz Junior Football Camp“ aus, bei dem Jugendliche aus aller Welt nach München kommen und mit den FCB Jugendtrainern an der Säbener Straße trainieren. Deshalb unterstützen wir gerne auch das Jugendleistungszentrum.

Inwieweit nützt Ihnen die Partnerschaft mit dem Klub beim „Employer Branding“?

Wir binden unsere Mitarbeiter, Vertreter oder Kunden an vielen Stellen ein. Zum Beispiel haben wir beim öffentlichen Familientag in der Allianz Arena im August letzten Jahres viele Mitarbeiter und ihre Familien eingeladen. Außerdem haben wir 1000 Fluthelfer aus den betroffenen Regionen im Osten Deutschlands, zum Teil auch Allianz-Vertreter oder Schadenregulierer, eingeladen teilzunehmen. Grundsätzlich hat sich die Allianz Arena zu einer Art „Heimat der Marke“ für uns entwickelt.

Vielen Dank für das Interview.

Stefan Merx für JP4

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