Jörg Daubitzer zum Fox-Deal: „Erstmals auf einer der großen Plattformen“

Der Chef der DFL-Auslandsvermarktung hebt die Bundesliga in den USA medial auf neues Niveau. Doch die größten Chancen sieht Jörg Daubitzer weiterhin im Osten.

Quelle: DFL

Jörg Daubitzer ist Geschäftsführer der DFL Sports Enterprises.

Herr Daubitzer, viele Bundesligisten nehmen neuerdings Kurs auf die USA. Aus gutem Grund?  Welche Faktoren sprechen für den US-Markt?

Die USA sind der größte Sport- und Medienmarkt weltweit. Das Interesse der Amerikaner an Fußball wächst stetig. Deshalb ist es wichtig, dass die Bundesliga sich dort künftig noch besser positioniert.

Plant die DFL flankierende Maßnahmen – speziell für den Zielmarkt USA?

Die Kooperation mit 21st Century Fox ist ein entscheidender Schritt für die Bundesliga. Neben dieser optimalen TV-Präsenz werden wir unsere eigenen Plattformen ausbauen – von Bundesliga.com über Youtube bis Twitter – um so unseren Medienpartner bestmöglich zu unterstützen. Aktivitäten der Klubs wie das Spiel des FC Bayern gegen das MLS Allstar Team sind ein weiterer Baustein.

Frühere Versuche, die Amerikaner zu aktivieren, verliefen im Sande. Was war das Problem?

Zum einen einen wurde die sportliche Qualität der Bundesliga in den USA nicht ausreichend wahrgenommen – vor allem aufgrund fehlender internationaler Erfolge in den vergangenen Jahren. Und in der Folge konnten wir keine der großen Medienplattformen in den USA als Partner gewinnen. Das hat sich seit dem Champions-League-Finale 2013 geändert.

Was ändert sich mit Ihrem neuen TV-Vertrag mit 21st Century Fox genau?

Die Bundesliga ist in den USA erstmals auf einer der großen Sportplattformen präsent und hat den Einstieg ins Mainstream-TV geschafft. 21st Century Fox vereint nicht nur Top-Fußball-Inhalte wie die WM und die Champions League, sondern auch die etablierten US-Sportarten wie Football und Baseball. 21st Century Fox wird die Bundesliga durch Cross-Promotion-Aktivitäten über alle seine Plattformen hinweg optimal positionieren.

Außereuropäisch gehören China, Indien, Indonesien und Japan zu den wichtigsten Märkten. – Jörg Daubitzer

Werden die Spiele der Bundesliga in den USA frei empfangbar sein?

Ein mit Deutschland vergleichbares System gibt es in den USA nicht. Der TV-Zuschauer kauft seine Senderpakete beim Kabelnetz- oder Satellitenprovider. 21st Century Fox ist hier hervorragend positioniert und verfügt über eine technische Reichweite von 90 Mio. Haushalten.

Ist der Fox-Deal der größte Einzelabschluss der DFL SE?

Nein, denn weil es sich nicht um einen Einzelabschluss sondern über mehrere Verträge für unterschiedliche Regionen handelt.

Welche anderen Märkte haben strategische Priorität für die DFL? Man hört, Indien sei ein neues Ziel?

Außereuropäisch gehören China, Indien, Indonesien und Japan zu den wichtigsten Märkten. In Europa unter anderem die Türkei und Russland.

Welche Erlöse erwarten Sie aus der Auslandsvermarktung ab der Saison 2015/16?

Wir streben eine Verdopplung der derzeitigen Erlöse von rund 70 Mio. pro Jahr an.

Vielen Dank!

Stefan Merx für das Handelsblatt

Kommentar hinterlassen


× 2 = vier

© 2012 Pressebüro JP4

Nach oben scrollen