Karl-Heinz Rummenigge: „Die Uefa wird künftig noch genauer hinschauen“

Der FC Bayern-Chef fordert, dass das Finanzgebaren im Fußball wieder „rationaler“ wird. Im Interview erklärt er, warum das Financial Fairplay für ihn der richtige Weg ist.

Foto: Mersch

Karl-Heinz Rummenigge ist Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG und Vorsitzender der Europäischen Klubvereinigung ECA.

Herr Rummenigge, die Uefa hat jüngst gegen einige Klubs Strafen wegen Verstößen gegen die Financial-Fairplay-Regeln ausgesprochen. Im Fall Manchester City und Paris St.-Germain wurde unter anderem verhängt: Die Begrenzung des Champions-League-Kaders auf 21 Spieler, Einschränkung der Transfertätigkeit und bis zu 60 Millionen Euro Geldbuße bei weiteren Verstößen. Wie bewerten Sie diese?

Ich denke, dass die Uefa mit diesen Strafen beweisen wollte, dass ihr Financial Fairplay sehr wichtig ist und sie die Einhaltung der Statuten von den Klubs seriös einfordert.

Der Eigentümer von Paris St.-Germain, Nasser Al-Khelaifi, hat schon angekündigt, dass er seinen Kurs nicht ändern will – weder bei der Klubfinanzierung noch bei den Spielertransfers. Kann ihn die Uefa mit Financial Fairplay also gar nicht stoppen?

Financial Fairplay wird einen großen Beitrag leisten, dass der Fußball finanziell wieder auf einen rationaleren Weg zurückfindet. Ich glaube nicht, dass sich die Uefa von solchen Aussagen beeinflussen lassen wird. Ganz im Gegenteil. Man wird bei PSG wahrscheinlich in der Zukunft noch genauer hinschauen, dass die Regeln eingehalten werden.

Tricksereien kann man vielleicht am Anfang nicht ausschließen. – Karl-Heinz Rummenigge

Financial Fairplay stellt bei der Prüfung von Sponsorenverträgen ganz darauf ab, dass verbundene Unternehmen (Related Partys) Geldgeber sind – ansonsten werden die Verträge unabhängig von der Summe akzeptiert. Lädt das nicht zur Umgehung der Regeln ein?

Tricksereien kann man vielleicht am Anfang nicht ausschließen. Die Regeln von Financial Fairplay werden aber regelmäßig daraufhin überprüft und gegebenenfalls, wo notwendig, angepasst.

Ist eine Reform von Financial Fairplay nötig – falls ja, wo müsste angesetzt werden?

Es ist wichtig, dass jetzt erstmal bei Financial Fairplay der Start erfolgt ist. Jetzt schon von Reformen zu sprechen, halte ich für keine gute Idee.

Die aktuellen Champions-League-Finalisten Atlético Madrid und Real Madrid stehen wegen hoher Schulden und Begünstigungen durch den spanischen Staat immer wieder in der Diskussion. Bei der Prüfung nach den Regeln des Financial Fairplay hatten sie keine Probleme. Ist das Verfahren gerecht?

Die Uefa hat alle Teilnehmer der Uefa Champions League und der Europa League nach den gültigen Regeln des Financial Fairplay überprüft.

Vielen Dank!

Thomas Mersch und Stefan Merx für das Wall Street Journal Deutschland

Kommentar hinterlassen


× 2 = sechszehn

© 2012 Pressebüro JP4

Nach oben scrollen